Wien - Der Vorarlberger Beleuchtungskonzern Zumtobel hat am Donnerstag Details zum bevorstehenden Börsengang bekannt gegeben - dem laut Aussage des Wiener-Börse-Vorstands Michael Buhl "größten Börsengang eines österreichischen Industrieunternehmens seit sechs Jahren" (als die Telekom Austria ihren IPO vorgenommen hatte): Eine Zumtobel-Aktie wird demnach zwischen 19 und 22 Euro kosten, der endgültige Preis wird nach dem jetzt begonnenen Bookbuilding-Verfahren (einer Art Auktion) am 10. Mai feststehen. Zu ersten Mal notieren wird die Aktie im Prime Market der Wiener Börse voraussichtlich am 12. Mai. Zumtobel will auch in den Fließhandelsindex ATX aufgenommen werden, ablauftechnisch möglich wäre dies ab September, dann werden Handelsvolumen und Streubesitz vom ATX-Komitee bewertet.

Das Volumen des Börsengangs wird inklusive Mehrzuteilungsoption maximal bis zu 647 Mio. Euro betragen. Beim IPO werden sowohl alte wie auch junge Aktien auf den Markt geworfen: Der Equity Fonds Kravis Kohlberg Roberts (KKR), der Zumtobel in den schwierigen Zeiten der Übernahme des englischen Konkurrenten Thorn unterstützte, will seine heute 49,96 Prozent auf null bis zehn Prozent verringern (Greenshoe-Option der Mehrzuteilung besteht). Die Gründerfamilie Zumtobel hat vor, von heute 50,04 Prozent auf den Stand von rund 30 Prozent zu kommen.

Joint Global Bookrunners und Joint Lead Managers sind Morgan Stanley, Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) und UBS, Co-Lead-Manager Erste Bank, JP Morgan und Raiffeisen Centrobank.

Junge Aktien

Zusätzlich zu den 17,7 Mio. alten Aktien werden auch knapp 7,9 Mio. junge ausgegeben: Dadurch könnten zwischen 150 und 173 Mio. Euro neuen Geldes ins Unternehmen strömen. 140 Mio. davon sollen dafür verwendet werden, einen alten Kredit (aus der Sanierungsphase im Jahre 2000) vorzeitig zurückzuzahlen. Zumtobel-Finanzchef Thomas Spitzenpfeil begründet dies erstens damit, dass so die Eigenkapitalquote auf über 30 Prozent steigen würde, "was im Branchenvergleich nicht schlecht ist und eine gute Basis für weiteres Wachstum ist". Zweitens habe man nach der Thorn-Übernahme mit einer "nicht einfachen Kreditstruktur" leben müssen, mit der Rückzahlung werde Zumtobel wieder "wendiger", sagte er in den Räumen der Wiener Börse am Donnerstag.

Die Aktie wird Zumtobel-Mitarbeitern in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich und Schweden mit einem gestaffelten Preisabschlag von bis zu 30 Prozent angeboten.

Zumbtobel-CEO Andreas Ludwig stellte Wachstum "über dem Markt" in Aussicht, eine zwölfprozentige Ebit-Marge (derzeit: 8,2 Prozent) sei mittelfristig erreichbar. Im europäischen Leuchtengeschäft sei darüber hinaus eine "Konsolidierung" zu erwarten - sprich: Marktteilnehmer könnten zusammengehen. (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.3.2006)