Wien - Der ÖGB wird in Folge seiner Finanzkrise Personal abbauen müssen. Finanzchef Erich Foglar bestätigte in einer Pressekonferenz Freitag Mittag entsprechende Vermutungen. Er will versuchen, das Problem mittels natürlichem Abgang zu lösen. In Sachen Neubau der ÖGB-Zentrale wurde von der Gewerkschaftsspitze betont, dass ein Baustopp nicht in Frage komme. Es werde aber die Nutzung geprüft, sprich welche Einzelgewerkschaften in die Hohenstaufengasse einziehen sollen.

Alle müssen Beitrag leisten

Bezüglich der finanziellen Gesundung des Gewerkschaftsbunds stellte Foglar klar, dass alle Gewerkschaften schon gemäß Statut ihren Beitrag leisten müssen. Dies dürfte freilich schwierig werden. Denn angeblich schreiben nur drei Gewerkschaften überhaupt schwarze Zahlen. Zur Erstellung der Bilanz 2005 sollen jedenfalls Rücklagen aufgelöst werden. Welche das sein werden, wurde nicht verraten.

"Gewisse" Austritte

Bestätigt hat ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer, dass der Gewerkschaftsbund in den vergangenen Wochen "gewisse" Austritte zu verzeichnen hatte. Vor allem hätten "sehr viele Ältere" den ÖGB verlassen, die ideelle Probleme angesichts der Geschäfte gehabt hätten. Unter den jüngeren Mitgliedern gebe es nicht so viele aufgelöste Mitgliedschaften und auch eine gar nicht so geringe Zahl an Beitritten. Jedenfalls sei man weiterhin bemüht, Mitglieder zum Bleiben zu bewegen. Am Ende werde es dann eine Bilanz über die Austritte geben.

Entschuldigung

Eingeleitet wurde die Pressekonferenz zu den neu aufgetauchten Vorwürfen in Sachen ÖGB/Refco übrigens mit einer "Grund-Botschaft". Der ÖGB könne die Vergangenheit nicht ändern und heute nichts mehr anderes tun als aufzuklären, bedauerte Präsident Hundstorfer und entschuldigte sich sogleich bei sämtlichen ÖGB-Mitgliedern und der Öffentlichkeit "in aller Form" für die nicht akzeptable Vorgangsweise in der Vergangenheit. (APA)