Afrika hat nach Einschätzung der Weltbank die Chance, im 21. Jahrhundert den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. Dazu trügen die jüngste Demokratisierungs- und Reformbemühungen bei, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Weltbank. Außerdem habe der Kontinent ein riesiges bisher ungenutztes Potenzial und verborgene Wachstumsreserven, erklärte der Weltbank-Afrikaexperte Alan Gelb am Mittwoch in Washington. Allerdings gebe es auch noch große Aufgaben. Dazu gehörten die Ausweitung des Handels, die Verbesserung der Infrastruktur und eine bessere Ausbildung der Arbeitskräfte, vor allem der Frauen. Auf der positiven Seite vermerkten die Autoren der Studie, dass in 42 der 48 Staaten südlich der Sahara seit den frühen 90er Jahren Wahlen stattfanden, zu denen mehrere Parteien zugelassen waren. Ein gutes Beispiel sei Mosambik, wo eine Friedensvereinbarung zwischen den verfeindeten Parteien zu einer Demokratisierung und einem raschen Wirtschaftswachstum geführt habe. Allerdings gebe es in vielen Regionen Afrikas noch immer schwere Konflikte, stellten die Autoren der Studie fest. Dies gelte vor allem für das Horn von Afrika und Sierra Leone. Auch Krankheiten wie Aids gefährdeten die Entwicklung. In Botswana und Simbabwe seien mehr als ein Viertel aller Erwachsenen von der Immunschwächekrankheit betroffen. In der Weltbank-Studie wird betont, dass geographische Bedingungen die Lösung vieler Probleme verhinderten. Allerdings biete die neue Technologie neue Möglichkeiten und könne in einigen Fällen dazu beitragen, gewisse Entwicklungen sogar zu überspringen. (APA)