Innsbruck - Die Tiroler Landesregierung hat am Dienstag eine Verordnung beschlossen, mit der ein Raumordnungsprogramm über den Schutz der Gletscher erlassen wird. Damit sei die Möglichkeit für eine "maßvolle" Erweiterung von Skigebieten geschaffen worden.

Das Raumordnungsprogramm eröffne die "Möglichkeit eines Interessenausgleichs zwischen Strukturverbesserungen und Naturschutz", erklärte die für Naturschutz und Raumordnung zuständige Landesrätin Anna Hosp (V) in einer Aussendung. "Damit sind aber nun auch die Endausbau-Grenzen der Skigebiete erreicht und verbindlich festgelegt", versichert sie.

Erweiterung der Ruhegebiete

Die Grenzen der Ruhegebiete in den Bereichen Stubaital, Zillertal, Serles-Habicht-Zuckerhütl und Ötztal-Pitztal würden erweitert. Als Ausgleich zu den Skigebietsprojekten sei nämlich eine Erweiterung der bestehenden Schutzgebiete unverzichtbar. Die Schutzgebiete würden daher im Verhältnis zu den möglichen Skigebietserweiterungen fast um das Doppelte wachsen.

Im Kaunertal soll eine skitechnische Erschließung der Weißseespitze und eines kleineren Teiles des Gepatschferners in die Skigebietsgrenzen aufgenommen werden. Ob diese Erweiterung genehmigungsfähig sei, müsse in den entsprechenden Verwaltungsverfahren - aller Voraussicht nach in einem UVP-Verfahren - geklärten werden.

Umweltverträglichkeitsprüfung

Im Bereich Ötztal - Pitztal ist ein Zusammenschluss der beiden Skigebiete am Tiefenbach- und Rettenbachferner geplant. Auch in diesem Fall sei für die Errichtung der Anlagen voraussichtlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig. Daher sei mit dem Regierungsbeschluss eine tatsächliche Umsetzung der Skigebiets-Erweiterungspläne noch nicht abgesegnet, wurde betont. (APA)