Wien/London – Sozialexperte Bernd Marin kritisiert die Umsetzung der Pensionsreform: Trotz der beschlossenen Anhebung des Pensionsantrittsalters bleibe Österreich das Land der Frühpensionisten. Wegen des starken Anstiegs der Invaliditätspensionen und der Frühpensionierungswellen im öffentlichen Dienst sei der Effekt der Pensionsreform "verpufft". Das effektive Pensionsantrittsalter liege mit 57,7 Jahren mittlerweile wieder auf dem Stand des Jahres 2000 – und damit gleichauf mit der Zeit vor der Pensions 2. Spalte reform, monierte Marin beim Pensionssymposium der Raiffeisen Versicherung in London.Marin bezog sich dabei offensichtlich auf Zahlen aus dem Jahr 2004. Im Vorjahr hingegen ist das Pensionseintrittsalter wieder angestiegen, es lag bei 58,1 Jahren. Bei Männern lag es bei 59,0, bei Frauen bei 57,1 Jahren. Das gesetzliche Pensionsalter liegt bei 60 (Frauen) und 65 (Männer). Mit den Pensionsreformen wurde seit 2000 schrittweise das Frühpensionsalter angehoben. (eli/DER STANDARD, Printausgabe, 5.5.2006)