Kapfenberg/Gmunden - Cupsieger WBC Kraftwerk Wels hat am Donnerstag in einem Auftakt-Krimi im Halbfinal-Playoff der österreichischen Basketball-Bundesliga beim ehemaligen Serienmeister Superfund Bulls Kapfenberg die Oberhand behalten. Die Welser setzten sich in der Obersteiermark nach Verlängerung 76:72 durch und führen vor ihrem ersten Heimspiel am Sonntag in der "best of five"-Serie 1:0. Im Finale könnte es damit zu einem oberösterreichischen Duell kommen, denn Meister Gmunden setzte sich gegen Traiskirchen sicher 94:67 durch.

Wels hatte in der regulären Saison keines von vier Spielen gegen die Bulls gewonnen, doch ausgerechnet im Playoff landeten die Oberösterreicher den ersten Sieg in Kapfenberg seit dem 4. Dezember 2004. Dabei waren die Welser erst in der Verlängerung erstmals in Führung gegangen. Sechs Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit hatte der Tscheche Pavel Stanek mit einem Dreipunkter auf 64:64 ausgeglichen.

"Wir haben den Sieg fahrlässig aus der Hand gegeben", meinte Bulls-Trainer Michael Schrittwieser. "Denn wir haben das Spiel über weite Strecken diktiert." Zur Pause lagen die Kapfenberger 37:26 in Front, die größte Führung betrug sogar 16 Punkte (23:7). "In der Pause sind heftige Worte gefallen", verriet Wels-Coach Raoul Korner. "In den ersten 20 Minuten haben wir eher wie ein Schulteam in einem Trainingsspiel gewirkt."

In der entscheidenden Phase kamen die Welser, die den Bulls am Sonntag noch in Overtime unterlegen waren, allerdings ins Spiel. Markus Pargfrieder sorgte 19 Sekunden vor Ende der Verlängerung mit zwei Freiwürfen für eine 74:72-Führung. Im Gegenzug scheiterten Armin Woschank und Prosper Karangwa mit möglicherweise siegbringenden Dreipunkt-Versuchen, ehe zwei verwertete Prince-Freiwürfe das 76:72 besiegelten. "Ein schönes Spiel war es nicht", resümierte Korner.

Die Allianz Swans Gmunden hatten mit den Arkadia Traiskirchen Lions weit weniger Probleme. Die Niederösterreicher boten dem Titelverteidiger lediglich im ersten Viertel Paroli. Danach setzten sich die Oberösterreicher kontinuierlich ab, profitierten zudem von einem Ausschluss von Lions-Topspieler Joey Vickery zwei Minuten vor der Pause. Der Kanadier hatte nach einem technischen Foul zu heftig die Schiedsrichter kritisiert. "Danach war Traiskirchen mental gebrochen", meinte Swans-Manager Harald Stelzer.

Im dritten Viertel spielte Gmunden bis zu 40 (!) Punkte Vorsprung (84:44) heraus, ehe im Schlussviertel kein einziger Stammspieler mehr eingesetzt wurde. "Wir haben unseren Spaß gehabt", sagte Stelzer, warnte aber vor Überheblichkeit: "Wir führen in der Serie 1:0 und nicht mehr - egal, ob wir mit 30 oder 3 Punkten Unterschied gewonnen haben." (APA)