Washington - Im Atomstreit mit dem Iran hat sich UNO-Generalsekretär Kofi Annan für direkte Verhandlungen zwischen Washington und Teheran eingesetzt. Wenn alle Beteiligten "an einem Tisch sitzen würden", wäre es für seine Begriffe möglich, "ein Paket auszuarbeiten, das den Wünschen aller gerecht würde", sagte Annan am Donnerstag (Ortszeit) im US-Fernsehsender PBS.

Bei den bisherigen Verhandlungen, die zwischen dem Iran einerseits und dem EU-Trio aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland andererseits geführt wurden, hätten die Iraner vielleicht angenommen, dass europäische Unterhändler sich mit Washington abstimmten, sagte Annan. Angesichts der Besonderheiten der iranischen Kultur habe Teheran dann vielleicht "nicht alles auf den Tisch gelegt".

Washington unterhält seit 1980 keine diplomatischen Beziehungen zum Iran. 1979 waren bei einer Besetzung der US-Botschaft in Teheran 52 US-Bürger als Geiseln genommen und 444 Tage lang festgehalten worden.

Er hoffe auf einen friedlichen Ausgang des Atomstreits, sagte Annan. Es wäre "eine wahre Tragödie", wenn in dieser Situation "Gewalt angewendet würde". Für den Iran besteht nach Annans Worten die Gefahr, dass er "in eine sehr schwierige Lage" geraten könnte. Wenn jedoch in internationalen Verhandlungen ein Kompromiss gefunden werde, mit dem es den Iranern ermöglicht werde, die Atomtechnik zu friedlichen Zwecken zu nutzen, dann hätte die Regierung in Teheran Schwierigkeiten zu erklären, warum sie dies ablehne. (APA)