Brüssel - Wenige Tage vor dem EU-Lateinamerika-Gipfel in Wien hat EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner die Verstaatlichung der Erdgasindustrie in Bolivien kritisiert. "Die Entwicklungen in Bolivien, vor allem die Verstaatlichungen, sind Anlass zur Sorge", sagte die Kommissarin am Freitag in Brüssel.

Jeder Staat habe zwar das souveräne Recht auf seine Bodenschätze, sagte Ferrero-Waldner. Sie verstehe auch, dass es mehr soziale Gleichheit in Bolivien geben sollte. Wichtig sei aber auch, wie derartige Veränderungen mitgeteilt werden. "Es ist notwendig, dass die Staatengemeinschaft angesprochen wird."

Bolivien müsse nun Vertrauen schaffen, verlangte die Kommissarin. "Denn wenn es kein Vertrauen gibt, dann werden auch die Investoren das Land verlassen. Und dann wird es Probleme auch für das Land und seine wirtschaftliche Entwicklung geben. Dann wird sicherlich das Ziel, das manche dieser Führungspersönlichkeiten verfolgen, auch nicht erreicht werden", warnte die Kommissarin. (APA)