New York - Der Lead-Anwalt in der Sammelklage gegen die insolvente Maklerfirma Refco Inc, John Coffey, sagte am Freitag, es sei nicht auszuschließen, dass die BAWAG für die Gesamtsumme der den Klägern entstandenen Verluste in die Pflicht genommen werde.

Es sei verfrüht, die Summe zu benennen, sagte er in einem telefonischen Interview mit der APA; doch nach seiner Schätzung geht es um "zwischen mehreren hundert Millionen Dollar bis zu einer Milliarde Dollar." Coffey befindet sich zur Zeit geschäftlich auf den Bahamas.

"Merkwürdig"

Zuvor hatte Coffeys Kanzlei Bernstein Litowitz Berger & Grossmann an einem New Yorker Bezirksgericht die Sammelklage auf die österreichische Gewerkschaftsbank erweitert. Die BAWAG hätte Wertpapierbetrug begangen, weil sie über ihre Beteiligung Refco-Chef Philip Bennett und damit Refco kontrolliert hatte.

BAWAGs Versuch, einen Globalvergleich zu schließen, der auch die Sammelklage einschließen soll, bezeichnete Coffey als "merkwürdig". Seine Klienten seien bei den Vergleichsbemühungen mit den Refco-Gläubigern Zaungäste gewesen, sagte er. "Sie weigerten sich, mir Einzelheiten der Vergleichverhandlungen mitzuteilen, sodass wir keine andere Wahl hatten, als mit unserer Klage fortzufahren", so Coffey weiter.

Die BAWAG werde nun vesuchen, die Klage gegen BAWAG vom Richter abweisen zu lassen, sagte Coffey. Er sei jedoch zuversichtlich, dass die in der Beschwerde enthaltenen faktischen Behauptungen ausreichen, um die Einbeziehung der BAWAG zu bekräftigen".

Auf den Bahamas nimmt Coffey an einer Konferenz teil mit dem Titel: "How to hold Corporate Wrongdoers accountable". Es sei ironisch, dass die Klage gegen BAWAG zeitlich mit dieser Konferenz zusammenfalle. (APA)