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Foto: APA/EPA/BELGA/Herwig Vergult
Brüssel - Mehr als 60.000 Menschen haben am Samstag am Tag der Offenen Tür die EU-Insitutionen in Brüssel besucht. Einer der Chefveranstalter aus der EU-Kommission sprach am Nachmittag von einem neuen Besucherrekord. Lange Schlange bildeten sich vor den sonst hoch gesicherten Sitzungssälen. Nicht nur Brüsseler und Belgier, sondern auch eigens angereiste Touristengruppen aus sämtlichen EU-Staaten nützten die Gelegenheit, einmal auf den Chefsesesseln der EU-Kommissare, des EU-Rats oder der Europaparlamentarier Platz zu nehmen.

Die österreichische Ratspräsidentschaft präsentierte sich in Brüssel mit einer Ausstellung im EU-Ratsgebäude, bei der sie unter anderem den Staatsvertrag, die Schlussakte des Wienerkongresses von 1815 mit Unterschriften von Metternich oder Talleyrand, die Originalversion von Beethovens 9. Symphonie, Beethovens Hörrohr oder die Erstausgabe von Freuds Traumdeutung zeigte. Im EU-Mittelpunkt der Informationen standen vor allem die Themen Sicherheit und Verbraucherschutz.

Einige kamen aber auch wegen der zahlreichen Geschenke

"Die meisten Leute wissen nicht, was die EU für sie tut. Daher müssen wir es ihnen zeigen", sagte der Leiter der EU-Vertretung in Belgien, Willy Helin, am Samstag. Vor allem die neue EU-Job-Vermittlung Eures, Verbraucherrechte wie Entschädigungsregeln in der Luftfahrt oder Lebensmittelsicherheit, Umweltthemen, Informationen über die Gemeinschaftwährung Euro und Sicherheitsfragen wie die europäische Polizeiorganisation Europol oder EU-Missionen in Bosnien-Herzegovina zogen die Besucher tatsächlich an. Einige kamen aber auch wegen der zahlreichen Geschenke von T-Shirts über Schirmkappen, Armbänder und Jojos bis zu Freibier und Sandwiches.

Der Kostenpunkt der Veranstaltung lag in der EU-Kommission bei rund 60.000 Euro. Die Brüsseler Behörde will die Initiative in Zukunft in einer "Kleinvariante" auch auf andere Länder ausdehnen. In einigen Ländern ist das aber bisher am Widerstand nationaler Regierungen gescheitert. "Manche Mitgliedstaaten bemühen sich mehr, manche weniger", heißt es in der Kommission.

Im Rahmen eines Aktionsplans (des so genannten "Plan D") sollen die Länder nun verstärkt eingebunden werden. Ziel sei es, in den Regionen verstärkt konkrete Fälle aufzuzeigen, in denen die EU geholfen hat. Dafür will die Kommission auch ihre Städtebüros in den einzelnen EU-Ländern verstärkt für die Bevölkerung öffnen, auch hier soll es in Zukunft öfter Tage der Offenen Tür geben. Außerdem will Brüssel auch die Kommunikation via Internet verbessern. Ab dem Europatag am 9. Mai wird die EU künftig im Internet unter http://europa.eu erreichbar sein. (APA)