Wien - Die Staatsanwaltschaft Wien hat ihre Ermittlungen zur möglichen Verwicklung des interimistischen Wiener Kripochefs Ernst Geiger in die so genannte "Sauna-Affäre" abgeschlossen. Ob die Anklagebehörde gegen Geiger Anklage wegen Amtsmissbrauchs erheben oder das Verfahren einstellen will, wurde nicht bekannt gegeben. Der geheime Vorhabensbericht wird kommende Woche dem Justizministerium übermittelt, wo die definitive Entscheidung getroffen wird.

Wie berichtet, steht der mittlerweile suspendierte Kriminalist unter Verdacht, den mittlerweile verhafteten Chef einer "Club-Sauna" vor einer Razzia gewarnt zu haben. Geiger weist die nach einer Telefonüberwachung erhobenen Vorwürfe vehement zurück. Gegen den Sauna-Betreiber und weitere Verdächtige sind Voruntersuchungen wegen grenzüberschreitenden Prostitutionshandels, Zuführung zur Prostitution und Zuhälterei anhängig.

In Justizkreisen wird damit gerechnet, dass Geiger vor Gericht gestellt wird. Es sei unerlässlich, die bestehenden Vorwürfe von einem Gericht prüfen zu lassen. Sollte die Anklagebehörde die Anzeige formell zurücklegen, würde Geigers Ruf beschädigt bleiben. Nur Prozess und möglicher Freispruch könnten ihn rehabilitieren. (APA, simo, DER STANDARD Printausagbe 11.5.2006)