Warschau - Fünf Tage nach dem Beitritt populistischer Politiker zur polnischen Regierung hat Staatspräsident Lech Kaczynski am Mittwochabend in einer Fernsehansprache versucht, die Ängste seiner Landsleute zu beruhigen. Die konservative Minderheitsregierung von Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz habe "gewisse Erfolge" ohne eine dauerhafte Mehrheit im Parlament erzielt, aber keine Chance, die notwendigen Veränderungen durchzusetzen.

"Ich will Ihnen versichern, dass sich die Situation trotz Ihrer Zweifel verbessert hat", sagte Kaczynski, dessen Zwillingsbruder Jaroslaw Kaczynski der Vorsitzende der bisher allein regierend Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) ist. Am Freitag traten die radikale Bauernpartei Samoobrona und die nationalistische Liga Polnischer Familien (LPR) der Regierung bei.

Trotz der Mitgliedschaft der euroskeptischen Parteien werde die polnische Außenpolitik weiterhin proeuropäisch sein, betonte Kaczysnki. Er selbst werde darüber als "Hüter der Verfassung" wachen. "Das öffnet die Tore weit für ein besseres Polen, als wir es heute haben." Die Regierungskoalition könne grundlegende Veränderungen herbeiführen und ein "gerechteres und anständigeres Polen" schaffen. (APA/dpa)