Zum neunten Mal hat eine unabhängige Jury den alle zwei Jahre ausgeschriebenen Journalistinnen-Preis vergeben. Der Preis, der verstärkt die Aufmerksamkeit auf die Arbeit von Journalistinnen lenken will, wurde 1990 von EMMA initiiert und wird seit 1992 vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Zum dritten Mal wurde auch ein Sonderpreis für einen männlichen Journalisten ausgelobt. Die Preisverleihung wird am 22. Mai ab 10.30 Uhr im FrauenMediaTurm (Bayenturm) in Köln stattfinden. Teilnehmen werden neben den PreisträgerInnen und ihren ChefredakteurInnen (von der "Zeit", dem Schweizer "Magazin" und dem "Kölner Stadtanzeiger") NRW-Frauenminister Armin Laschet sowie die Jurymitglieder Alice Schwarzer und Gisela Marx. Die Veranstaltung ist öffentlich.

Männliches Engagement

2006 wurden 226 Beiträge von 131 AutorInnen eingereicht, darunter 19 Autoren. Als thematische Schwerpunkte zeichneten sich ab: Porträts starker Frauen, Familienpolitik, Islamismus und Prostitution. Dass ein genderbewusstes Schreiben schon lange keine reine Frauensache mehr ist, zeigt nicht nur der diesjährige Preisträger, sondern zeigen auch die 24 weiteren Beiträge von Journalisten. Erstmals entschloss sich die Jury, auch einen "Förderpreis" zu vergeben, er geht an eine 22-jährige Journalistin.

PreisträgerInnen

  • 1. Preis (3.000 €): Heike Faller, "Haben wir die Emanzipation verspielt?", Die Zeit vom 20.4.2006
  • 2. Preis (2.000 €): Tina Hildebrandt, "Kein Mann, kein Kind, kein Hund" (Porträt Ute Vogt), Die Zeit vom 6.4.2006
  • 3. Preis (1.000 €): Fiona Ehlers, "Und ewig grüßt der Muezzin", Der Spiegel vom 23.1.2006
  • Förderpreis (500 €): Lara Fritzsche, "Meine Freundin Ana", Kölner Stadtanzeiger vom 22.8.2004
  • Männerpreis (1.000 €): Finn Canonica, "Mütter zweiter Klasse", Das Magazin/Schweiz vom 18.3.2006 (red)