Wien - In das Verhältnis Anton Polsters zu seiner Vergangenheit kommt Bewegung. Am Dienstag, dem 9. Mai, traf sich Polsters Anwalt Ernst Ploil im Café Eiles mit dem Austria-Sponsorkonsulenten Robert Leither, um eine krumme Geschichte gerade zu machen. Leither, den der gescheiterte Austria-Revoluzzer Helmut Denk und Polster mit Austria in Verbindung gebracht hatten, begehrte namens seiner Frau Claudia von Polster rund 3900 Euro für die Verwendung ihres Autos in der zweiten Jahreshälfte 2005. Ploil zahlte Leither die gesamte Summe und qualifizierte die Sache "als ein typisches Missverständnis zwischen Freunden, die etwas nicht klar ausgemacht haben".

Polster war im Mai von Austria Magna entlassen worden und ermangelte eines Wagens. Claudia Leither borgte ihm ihren Skoda Oktavia, ein Leasinggerät. Polster bewegte sich rund fünf Monate mit dem Oktavia. Als er ihn auf Aufforderung Claudia Leithers retournierte, war der Wagen von Streusalz camoufliert und beschädigt. Laut Thomas Urban vom Autozentrum Wienerberg betrug die Beeinträchtigung rund 2500 Euro. Polster hatte weder Leasingraten noch Strafzettel geblecht, was Claudia Leither nachhaltig erbitterte. Laut Ploil meinte Polster, das sei alles nicht so vereinbart gewesen, wie Leither es darstellt, dennoch befriedigte Polster auf Anraten seines Anwalts die Forderungen Leithers.

Die Initiative zur Klärung der leidigen Sache war von Robert Leither ausgegangen, der im Jahr 2005 monatelang mit Polster an der Errichtung einer neuen Sponsorstruktur für Austria Wien arbeitete. Freilich ohne Ergebnis. Übrigens bestätigte ein leitender Angestellter von Burger King ein Treffen mit Leither und Vertretern des SK Rapid über die Anbahnung eines Gegengeschäfts, in dem für die Vermittlung von "attraktiven Standorten"ein Engagement als Klubsponsor ins Auge gefasst worden wäre. (Johann Skocek, DER STANDARD Printausgabe 12.05.2006)