Das Kernproblem heutiger Benzinmotoren ist nicht nur, dass sein Konkurrent, der Diesel, wesentlich weniger Kraftstoff schluckt, sondern dass der Diesel auch ein deutlich höheres Drehmoment besitzt und damit aus den unteren Drehzahlen heraus viel agiler wirkt. Das heißt, der Benzinmotor kämpft nicht nur mit dem Verbrauch, sondern auch auf der Seite der Fahrleistungen. Da hilft es ihm nicht mehr viel, dass er vibrationsarmer läuft.

Downsizing

Eine Möglichkeit, Otto wieder konkurrenzfähig zu machen, lautet Downsizing. Der Smart etwa läuft seit Jahren mit einem kleinen aufgeladenen Benziner, der auch tatsächlich sehr sparsam ist. VW hat nun den TSI auf den Markt gebracht, der aus 1,4 Liter Hubraum satte 170 PS schöpft und ein Drehmoment fast wie ein Diesel erreicht, und das bei erstaunlich niedrigem Verbrauch. Möglich ist das durch die Kombination von Kompressor und Turbolader.

Das klingt sehr aufwändig, aber so ein Motor ist noch immer billiger als ein Diesel. Bei Porsche liegt die Sache ein wenig anders. Hier geht es nicht ums Schlank- und Smart- und Sparsamsein, sondern zuallererst um die pure Leistung.

Neue Legierungen

Erstmals wird hier ein Lader mit variabler Turbinengeometrie bei einem Ottomotor eingesetzt. Denn während diese Technik beim Hochleistungs-Diesel Stand der Dinge ist, waren bisher die Abgastemperaturen des Benziners zu hoch. Neue Legierungen der Schaufelräder verkraften nun die tausend Grad, während ein Diesel maximal 800 Grad erreicht. Die verstellbaren Schaufeln sorgen für gutes Ansprechen bei niedrigen Touren und für hohen Luftdurchsatz bei hohen Drehzahlen. (rs, AUTOMOBIL, 12.5.2006)