Washington - Das Sammeln millionenfacher Daten über Telefongespräche in den USA bringt den designierten CIA-Direktor Michael Hayden in Bedrängnis. Berichte über das von Hayden geleitete Programm des Geheimdienstes NSA (National Security Agency) riefen am Donnerstag bei seiner Anhörung im Kongress Kritik von Senatoren und Abgeordneten hervor und führten zu einer Grundsatzdiskussion über die Balance zwischen Bürgerrechten und Antiterrormaßnahmen. Präsident George W. Bush stellte sich vor seinen Kandidaten für den Chefposten beim wichtigsten US-Geheimdienst CIA und betonte, die bürgerlichen Freiheiten würden "vehement geschützt".

Hayden leitete die Nachrichtendienstbehörde zwischen März 1999 und Mai 2005. Der Generalleutnant sagte, alle Maßnahmen der NSA stünden im Einklang mit dem Gesetz und die zuständigen Abgeordneten im Kongress seien informiert worden. Der demokratische Senator Ron Wyden erklärte dagegen, der Bericht über die gigantische Abhöraktion lasse Fragen an Haydens Glaubwürdigkeit aufkommen.

Bush wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Der Kampf gegen den Terrorismus sei wichtig und werde von der Regierung im Rahmen der Gesetze geführt, erklärte er. Die Regierung habe keine Inlandsgespräche ohne richterliche Genehmigung abgehört. Das Weiße Haus hat stets betont, das Abhörprogramm der NSA beziehe sich lediglich auf die Überseegespräche sowie die E-Mails von Terrorverdächtigen. (APA/AP)