Washington - Das Internationale Rote Kreuz hat sich enttäuscht darüber gezeigt, dass die US-Regierung ihm weiterhin den Zugang zu Terrorverdächtigen in geheimen Gefangenenlagern verwehrt. Nach einem Treffen mit US-Außenministerin Condoleezza Rice kritisierte der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Joseph Kellenberger, am Donnerstag die Haltung der US-Regierung: "Es gibt kein Recht, den Verbleib einer Person geheimzuhalten oder zu bestreiten, dass er oder sie überhaupt gefangen ist."

Kellenberger äußerte sein Bedauern darüber, dass sich die US-Regierung in der Frage des Besuchsrechts für das IKRK bei Gefangenen in geheimen Lagern nicht bewegt habe. "Trotz des enttäuschenden Mangels an Ergebnissen" werde das IKRK weiter darauf dringen, dass die US-Regierung Besuche von Gefangenen ermögliche.

Washington hat dem Internationalen Roten Kreuz zwar Besuche in dem umstrittenen Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba erlaubt: Visiten in geheimen Gefängnissen gestatteten die USA bisher aber nicht. Kellenberger traf während seines USA-Besuchs auch mit Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und dem Nationalen Sicherheitsberater Stephen Hadley zusammen. (APA)