Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: Reuters/Lehtikuva
Wien - In der Heimat der finnischen Schock-Rocker Lordi versuchten christliche Gruppen und Medien zunächst zu verhindern, dass die Streitäxte schwingende Metal-Band, die nur in Monstermasken auftritt, nach der Vorausscheidung das Finale in Griechenland erreicht. "Jetzt hat sich die Stimmung aber geändert. Plötzlich unterstützen uns alle", sagte Leadsänger Lordi, nach dem die Band benannt ist.

Auch die Zuseher kamen auf ihre Rechnung: Noch niemals zuvor sind bei einem Auftritt am Song-Contest einem Riesenmonster unter heftigem Pyro-Effekten gigantische Fledermausflügel gewachsen. "Schade, dass wir nur drei Minuten Zeit haben, sonst könnten wir noch viel mehr machen", hatte Lordi im Vorfeld bedauert.

Traditionsbewusst

Lordi sehen sich in der Tradition von Bands wie Kiss, W.A.S.P., Alice Cooper und Twisted Sister. In ihren Liedern wie "Would You Love A Monsterman" spielen sie auch gleich mit den Klischees, die ihre bombastische Horrorfilm-Kostümierung provoziert. "Ein Journalist hat einmal geschrieben, dass wir die Kiss des 21. Jahrhunderts sind - das war sicher das netteste Kompliment, das wir bisher bekommen haben", so der Leadsänger.

Ebenso wie ihre großen Vorbilder rund um Gene Simmons in den siebziger und achtziger Jahren achtet die Band peinlich darauf, nie ohne Monsteroutfit und Masken in der Öffentlichkeit aufzutreten: "Die Kostümierung ist einfach Teil des Konzeptes".

Promo-Effekt

Eine Song-Contest-Scherzband sind Lordi nicht, da sie ihr Konzept unabhängig vom Bewerb entwickelt haben. Als sie für die finnische Vorentscheidung eingeladen wurden, wurde die Teilnahme innerhalb der Band heftig diskutiert: "Wir haben uns dann aber gedacht: Was soll's, für die Promotion unseres Albums ist das sicher gut". Auf der "The Arockalypse" beteiligten sich gar Gaststars wie Bruce Kulick (Ex-Kiss) sowie Dee Snider und Jay Jay French von Twisted Sister.

Das Plan ist aufgegangen: "Die mediale Aufmerksamkeit ist unglaublich, es war sogar ein Artikel in der 'New York Times' über uns, obwohl es in den USA nicht einmal unser Album gibt", freute sich Lordi bereits vor dem Semifinale.

Neuer Kreis von Grand Prix-Fans

Das Semifinale überstand Lordi auch dank zahlreicher Fans tadellos: Quer über Europa haben sich vor allem Metal-Fans zu "Vote for Lordi"-Clubs zusammengeschlossen, um bei der Entscheidung möglichst viele Stimmen für die Band abzugeben. "Wir Metal-Heads halten zusammen", freute sich der Sänger. (APA/red)