Wien - Die EU will mit den Ländern Zentralamerikas ein Assoziationsabkommen abschließen. Das war am Samstag das Ergebnis des abschließenden EU-Zentralamerika-Treffen im Rahmen des EULAC-Gipfels in Wien. "Zentralamerika ist für die EU ein großer Partner", erklärte EU-Ratsvorsitzender Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) und Nicaraguas Präsident Enrique Bolanos Geyer beeilte sich festzuhalten, dass es sich dabei um mehr als einen "Freihandelsvertrag" handeln soll.

Vielmehr soll die bereits am Freitag vereinbarte Aufnahme von Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen neben der wirtschaftlichen auch eine politische und soziale Komponente haben, erläuterte Bolanos Geyer. Schüssel erklärte: "Wir pflegen mit dieser Region mit 40 Millionen Einwohnern bereits sehr weit zurückreichende Beziehungen." Zentralamerika sei ein gutes Beispiel für regionale Kooperation: "Es gibt einen gemeinsamen Markt, einen einheitlichen Pass, vielleicht auch einmal eine gemeinsame Währung."

Der Vizepräsident von Panama, Samuel Lewis Navarro, stellte fest, bei dem geplanten Assoziierungsabkommen handle es sich um ein politische Programm, das sich positiv auswirken werde. "Wir haben viel erreicht. Den zeitlichen Rahmen werden wir jetzt noch ausarbeiten."

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso zeigte sich zuversichtlich, dass bis Ende des Jahres ein Mandat über die Aufnahme der Verhandlungen vorliegen können. Barroso wollte die EU aber nicht als "Vorbild" für die Länder Mittel- und Südamerikas verstanden wissen.

"Wir möchten niemanden ein Modell aufzwingen. Weder unseres noch ein anderes. Aber unsere Erfahrungen bei der Integration können als Beispiel gelten. Wir plädieren ja nicht aus philosophischen Gründen dafür, sondern sagen: Schauen Sie, was Europa erreicht hat. Aber es muss nicht immer derselbe Weg beschritten werden." (APA)