Frankfurt - Der europäische EADS-Konzern rechnet für das laufende Jahr mit einem Rekordergebnis im Raumfahrtgeschäft. "Dieses Jahr werden wir erstmals einen dreistelligen Millionengewinn einfahren", kündigte Co-Vorstandschef Thomas Endres im Gespräch mit der Zeitung "Welt am Sonntag" an. "In Sachen Rentabilität hat sich unser Raumfahrtbereich längst stark verbessert."

Nach der Kritik von Kunden an dem in der Entwicklung befindlichen neuen Flugzeugmodell A350 der EADS-Tochter Airbus dämpfte Endres zugleich die Erwartungen. Er bekräftigte zwar die Bereitschaft zu Änderungen. So könne das Unternehmen durchaus noch "die eine oder andere Anregung aufgreifen". "Aber das ganze muss finanzierbar bleiben", machte der Manager deutlich.

Milliardenschwere Mehrkosten

Dem Anlegermagazin "Euro am Sonntag" zufolge dürften bei einer kompletten Neuentwicklung oder starken Überarbeitung des A350 milliardenschwere Mehrkosten entstehen. Die Entwicklungsausgaben könnten sich auf acht Milliarden Dollar verdoppeln, die Auslieferung würde sich womöglich um mindestens zwei Jahre verzögern, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Bislang ist geplant, dass die ersten A350 im Jahr 2010 an die Kunden gehen.

Mit dem neuen Modell will Airbus dem 787 des US-Erzrivalen Boeing Konkurrenz machen. Einige Fluggesellschaften hatten den A350 allerdings als nicht ausreichend wettbewerbsfähig bezeichnet. Entscheidungen über Änderungen sollen bis zur Jahresmitte getroffen werden, wie Airbus-Chef Gustav Humbert angekündigt hatte.

Endres unterstrich, dass er das Projekt A350 nach anfänglichen Fehlern nun auf dem richtigen Kurs sehe. "Wir haben ein halbes Jahr nach Programmstart schon rund 200 Bestellungen und Kaufzusagen", sagte er. (APA/Reuters)