Washington - Die CIA hat nach Darstellung einer kürzlich gefeuerten Mitarbeiterin vor dem Kongress falsche Angaben über die Behandlung ihrer Gefangenen im Ausland gemacht. Das berichtete die Zeitung "Washington Post" am Sonntag unter Berufung auf die Ex-Agentin Mary McCarthy. Ein ranghoher Vertreter des US-Auslandsgeheimdienstes hatte im vergangenen Juni bei einem Gespräch mit Senatsmitgliedern hinter verschlossenen Türen wiederholt gesagt, dass die CIA nicht gegen die internationalen Gesetze verstoßen habe, die die demütigende, unmenschliche oder grausame Behandlung von Gefangenen verbieten.

McCarthy, die im Büro des Generalinspekteurs der CIA gearbeitet hatte und zu den Vorwürfen der Gefangenenmisshandlung durch die CIA im Irak und Afghanistan ermittelt hatte, war dem Bericht zufolge überrascht über diese Aussage. Die CIA-Vertreter hätten bei dem Gespräch im Senat "gelogen". Die CIA habe nicht nur bei Verhören missbräuchliche Methoden angewandt, sondern es sei Politik der Leitung gewesen, solche Praktiken zuzulassen. McCarthy selbst betrachte die Behandlung der Gefangenen als grausam, unmenschlich und demütigend, berichtete die "Washington Post" weiter.

Die Agentin war im April entlassen worden, weil sie die Quelle von Presseberichten über die geheimen Gefängnisse des US-Geheimdienstes in Osteuropa gewesen sein soll. McCarthy bestreitet das. (APA)