Hamburg - Die EU wird nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" Gelder, Konten und andere Vermögenswerte des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko und von mehr als 30 hochrangigen Offiziellen der Regierung von Belarus (Weißrussland) einfrieren. Wie das Blatt in seiner Montagausgabe berichtet, soll die Aktion in den nächsten Tagen beschlossen werden. Sie wende sich gegen die Offiziellen, für die seit März bereits ein Einreiseverbot in die Europäische Union besteht, heißt es unter Berufung auf Diplomaten aus mehreren EU-Staaten.

Juristisch schwieriger als Einreiseverbot

Dazu gehörten der belarussische Innenminister, der Geheimdienstchef, der Generalstaatsanwalt, der Parlamentspräsident und der Bildungsminister sowie einige von Lukaschenkos engsten Mitarbeitern. Nach Angaben von Brüsseler Diplomaten sei das Einfrieren der belarussischen Vermögen bereits seit einigen Wochen geplant gewesen. Es habe aber nicht gleichzeitig mit dem Einreiseverbot beschlossen werden können, da es juristisch sehr viel schwieriger umzusetzen sei.

Bisher habe man weitgehend zu dem Thema geschwiegen, um den Beteiligten keine Zeit zu geben, ihre Vermögen abzuziehen. "Wenn man eine solche Aktion Wochen im Vorhinein ankündigt, ist das Geld sehr schnell in Ländern wie der Schweiz", sagte ein namentlich nicht genannter Diplomat der "FTD". (APA/dpa)