Klagenfurt - Der Betriebsrat der Hypo Alpe-Adria-Bank (HAAB) hat am Dienstag seine Unterstützung für das Management betont. In einem Offenen Brief an die Bundes-SPÖ sowie an die Kärntner SPÖ wird kritisiert, dass das Unternehmen "massiven Angriffen" ausgesetzt werde. Der Betriebsrat warnte indes vor "unwiderruflichen Schäden" für die Bank durch "unsachliche Argumentationen" und auch davor, die "bestehende Eigentümerstruktur massiv zu destabilisieren".

SPÖ-Finanzsprecher Christoph Matznetter und SP-Klubobmann Josef Cap laden am Dienstagvormittag zu einer Pressekonferenz zum Thema "Hypo Alpe Adria - größter Bankenskandal Österreichs - Behörden schlafen". Matznetter hatte in der Vergangenheit "unfassbare Vorgänge" in der Bank geortet. Nach Swap-Verlusten musste die Bilanz 2004 neu erstellt werden und weist 99 Mio. Euro Verlust aus. In der Bilanz 2005 schreibt die HAAB 217 Mio. Euro Gewinn vor Steuern.

Unerfreuliche Vorkommnisse

In dem Schreiben der Bank-Belegschaft heißt es, man sei sich bewusst darüber, dass die Vorkommnisse in der Bank "unerfreulich" seien. Man sei sich aber auch darüber im Klaren, dass die Hypo Alpe-Adria "auf Gund ihrer Vergangenheit und viel versprechenden Zukunft ein begehrter Übernahmekandidat - nicht nur für Wiener Großbanken - sein könnte". Die Betriebsräte legten "größten Wert auf Selbstständigkeit und Erhalt der Headquarter Funktion in Klagenfurt".

Gibt es denn konkrete Anzeichen, dass die Hypo Alpe-Adria vor dem Verkauf steht? "Konkret gibt es sicher nichts", sagte Betriebsratschefin Eva Johansson auf APA-Anfrage. "Nur Vermutungen, dass das Ganze davon ausgeht, dass wir von bestimmten Banken übernommen werden könnten, falls es so weiter geht." Die Bank brauche nun Ruhe, und "die Finanzmarktaufsicht prüft sowieso". In dem Schreiben betonten die Betriebsräte jedenfalls, man sei, "wenn es notwendig wird", bereit, "bis zum Äußersten zu gehen". (APA)