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Salzburg - Der Rat der Kunstuniversität Mozarteum hat den Musikpädagogen und Germanisten Reinhart von Gutzeit zum neuen Rektor gewählt. Nach dem Dreier-Vorschlag, den der Senat des Mozarteums vorgelegt hat, haben die sieben Ratsmitglieder unter dem Vorsitz von Friedrich Urban mit allen verbliebenen Kandidaten eingehend gesprochen und sich für den 1947 in Berlin geborenen Gutzeit entschieden, "weil dieser eine erfolgreiche universitäre Laufbahn hinter sich hat, weil seine Kompetenz intern und extern unbestritten ist und weil seine Konzepte für die Zukunft des Mozarteums am überzeugendsten waren", wie Urban erläuterte.

Gutzeit ist seit 1995 Direktor des Linzer Bruckner-Konservatoriums, das er federführend in die Anton Bruckner Privatuniversität für Musik, Schauspiel und Tanz umgewandelt hat. Daneben gibt der ausgebildete Schul-Geiger, -bratschist und Dirigent die Zeitschrift "Üben & Musizieren" heraus, ist Vorsitzender und künstlerischer Leiter des Wettbewerbes "Jugend musiziert" und hat sich im Fach Musikpädagogik - Musikvermittlung habilitiert. Gutzeit wird seine Verpflichtung in Linz auflösen und am 1. Oktober 2006 sein Amt als Rektor des Mozarteums antreten. Gewählt ist Gutzeit bis zum Jahr 2010.

"Blick nach vorne"

Bei seiner Antritts-Pressekonferenz unmittelbar nach der Wahl durch den Uni-Rat sagte Gutzeit, er kenne die Geschichte des Mozarteums mit all ihren Turbulenzen der jüngeren Vergangenheit nur im Groben: "Es ist zu früh, mich zu Themen wie der diskutierten Abwanderung eines Teils der Musikpädagogik nach Innsbruck zu äußern. Auch die übrigen schwierigen Fragen des Mozarteums kenne ich momentan bloß zu Hälfte, und selbst davon habe ich wiederum nur für die Hälfte fertige Ideen, Vorschläge und Lösungen. Selbst von ganzen Abteilungen wie der bildenden Kunst habe ich bisher keine tiefen Eindrücke. Was ich aber sicher weiß ist, dass eine Begrenzung des Ausländer-Anteils im Mozarteum kontraproduktiv wäre. Es ist ein großes Plus dieses Hauses, dass so viele Talente aus der ganzen Welt hier studieren wollen. Dies ist dem international wirksamen Nimbus des Mozarteums zu verdanken. Keiner der ausländischen Studenten nimmt einem begabten Österreicher den Studienplatz weg. Wir müssten uns vielmehr fragen, warum es hier zu Lande so wenige Talente gibt", so der neue Rektor.

Der Blick nach vorne, der freie und offene Dialog und die Toleranz auch gegenüber Entscheidungen, die er, Gutzeit, anders getroffen hätte, seien die drei wichtigen Leitmotive für das Mozarteum. Inhaltlich sei die Vermittlung von Kunst ein Anliegen, das für die junge Generation von Musikern immer wichtiger werde: "Von den Musikern und Künstlern der Zukunft werden nicht nur bloße Programmabläufe verlangt, sondern Konzepte, wie ihre Kunst ein Publikum finden könnte. Wir müssen uns im Besondern darum bemühen, dass es auch in ein, zwei Generationen noch ein Publikum gibt, das anspruchsvolle Musik hören will.

Die Kernkompetenz des Mozarteums bleibe natürlich die Klassik, aber auch der Gegenwart müsse gerade in der Stadt Mozarts besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. "Das Mozarteum muss nicht nur Ausbildungsstätte sein, sondern auch internationaler Treffpunkt für lebendige Kunst und pulsierendes Leben", so Gutzeit. (APA)