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Christophe Lovis (links) und Michel Mayor (rechts) vor dem Bildschirm mit einer Zeichnung des "Neptun-Dreizacks"

Foto: APA/EPA/KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi
Genf - Ein Nachbarstern der Sonne besitzt ein Planetensystem, das unserem eigenen ähnelt. Genfer Forscher haben das System um den Stern HD 69830 dank eines ESO-Teleskops in Chile entdeckt. Um eine nur minimal kleinere Sonne als unsere drehen sich drei Planeten in der Größe des "Neptun". Entdeckt wurde das 41 Lichtjahre entfernte System "Neptun-Dreizack" im Sternbild Puppis (Hinterdeck) von der Forscherequipe des Astronomie-Professors Michel Mayor, wie die Universität Genf mitteilte.

Laut einem am Mittwoch im Wissenschaftsmagazin "Nature" publizierten Artikel ist es gelungen, die Beschaffenheit der Planeten genauer zu bestimmen. Forscher der Universität Bern haben demnach berechnet, dass zwei der Planeten aus Felsen bestehen, aber über kein Wasser verfügen. Sie sollen von einer bescheidenen Schicht Gas umgeben sein. Die Modellrechnungen der Berner Forscher um Professor Willy Benz ergaben weiter, dass der dritte Planet, der auf der äußersten Umlaufbahn seine Runden zieht, einen Felskern hat und von sehr heißem Wasser umgeben ist. Weiters enthält der "Dreizack des Neptun" einen Asteroiden-Ring, wie das NASA-Weltraumteleskop "Spitzer" erspähte. Dieser ist vergleichbar mit der Asteroiden-Formation zwischen den Planeten Mars und Jupiter.

Hintergrund

Das Forschungsteam um Michel Mayor gehört in der Planetenforschung zur Weltspitze. Rund die Hälfte der in den vergangenen elf Jahren entdeckten über 180 Planeten außerhalb des Sonnensystems geht auf das Konto der Genfer. Die bisher entdeckten Planeten waren meist größer und bestanden aus Gas. Dies rührt aber vor allem daher, dass diese Art Planeten leichter zu entdecken ist. Nur dank der Weiterentwicklung der Methoden gelingt es den Forschern mittlerweile, auch felsige Planeten zu identifizieren.

Bis es aber gelinge, Planeten wie die Erde zu entdecken, müssten die Messinstrumente noch viel sensibler werden, sagte Mayor gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Die Wissenschaft geht davon aus, dass außerirdisches Leben am ehesten auf solchen Planeten zu finden ist. (APA/sda)