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Graz - Der bereits mehrmals verschobene Beginn der Vermessungs- und Kartierungsarbeiten im Toplitzsee durch ein US-amerikanisches Tauchunternehmen ist - zumindest bis Herbst - weiter vertagt. Ursache seien laut für Scott Norman, Expeditionsleiter der Global Explorations Company, Probleme mit der naturschutzrechtlichen Bewilligung und private Gründe.

Offiziell geht es bei dem Taucheinsatz zwar um die Kartierung des kleinen Sees im steirischen Salzkammergut, doch wie schon bei den unzähligen vergangenen Expeditionen schwingt auch die Hoffnung mit, das eine oder andere Geheimnis des in Zusammenhang mit der NS-Zeit bekannt gewordenen Alpensees zu lüften.

Ursache

Schon vor zwei Jahren hätte Normans Crew mit seinen Untersuchungen beginnen sollen. Immer wieder kam etwas dazwischen. Auch jetzt wieder: Obwohl sich der Schmelzwasserzufluss im Mai dermaßen verringert hat, dass im Toplitzsee gute Sichtverhältnisse herrschen, blieb der Startschuss aus.

Zur Ursache gibt es unterschiedliche Stellungnahmen. Norman selbst teilte den Österreichischen Bundesforsten (ÖBF) als Grundeigentümer mit, dass es u.a. Probleme mit dem Genehmigungsverfahren von behördlicher Seite gäbe. Dies wird aber von Karl Fasching vom Naturschutzreferat der Steirischen Landesregierung dementiert. Vielmehr sei der Kontakt zu der US-amerikanischen Firma abgerissen, was aber nicht auf die Behörde zurückgehe.

Vertrag

Auf Grund der neuerlichen Verzögerung des Forschungsprojektes müsse der 2005 geschlossene Vertrag neu aufgesetzt werden, wofür aber die Bundesforste zu haben seien, so Bernhard ÖBF-Sprecher Bernhard Schragl. Man arbeite eng mit der US-Tauchfirma zusammen, weil sie mit Besonderheiten von ökologisch sensiblen Gewässern vertraut sind, in welchem der Süßwasserkörper durch eine Altholzschicht von der Salzwasserschicht getrennt ist.

Zeitraum

Aus touristischen Gründen sei die Kartierungsarbeit mittels Sonaren auf das Frühjahr und den Herbst begrenzt, so Schragl. Er hoffe daher auf ein erfolgreiches Genehmigungsverfahren und die Durchführung des Projekts im Herbst dieses Jahres. Der Grund des Interesses der Bundesforste an einer vollständigen Kartierung: "So genannte Schwarztaucher stören trotz Tauchverbotes regelmäßig die Ruhe des Toplitzsees. Erst wenn die Gerüchte um einen angeblich im Toplitzsee verborgenen Schatz aus der Nazi-Zeit gelüftet sind, ist der Schutz des sensiblen Ökosystems gewährleistet."

Finanziert werde die Forschung des 60-köpfigen US-Teams durch eine filmische Dokumentation im Auftrag der TV-Sender Discovery Channel und NBC. (APA)