Kuwait-Stadt - Der Iran hat widerwillig auf das geplante Angebotspaket der Europäischen Union reagiert. Sein Atomprogramm auszusetzen, wie es die EU im Gegenzug für ihre Angebote verlangt, laufe dem Recht des Iran zuwider, sagte Außenminister Manouchehr Mottaki bei einem Kurzbesuch in Kuwait am Samstag auf die Frage eines Journalisten.

Das Programm auszusetzen sei auch nicht im Atomwaffensperrvertrag vorgesehen. Die iranische Führung erfülle ihre Verpflichtungen aus dem Sperrvertrag "vollkommen", sagte Mottaki. "Wir wollen nichts anderes, als dass unsere Rechte im Sperrvertrag anerkannt werden."

Maßnahmen gegen "Bedenken gewisser Länder"

Im Übrigen solle sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen nicht länger mit dem Thema befassen, forderte der iranische Außenminister. Die Frage des iranischen Atomprogrammes sei "politisiert worden, indem sie dem Sicherheitsrat vorgelegt wurde". Die Führung in Teheran werde Maßnahmen ergreifen, "um die Bedenken gewisser Länder gegen das iranische Atomprogramm zu zerstreuen", kündigte Mottaki nach einem Gespräch mit seinem kuwaitischen Kollegen, Scheich Mohammed al-Sabah, an.

Die EU will dem Iran beim Bau von mehreren Leichtwasserreaktoren helfen, wie aus dem Entwurf für das Angebotspaket hervorgeht. Im Gegenzug müsse die iranische Führung vollständig mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO bzw. IAEA) zusammenarbeiten und vor allem sämtliche Aktivitäten aussetzen, die mit der Anreicherung von Uran zu tun haben. Am Mittwoch wollen Vertreter der fünf Vetomächte im UNO-Sicherheitsrat und Deutschlands in London über den Atomstreit mit der Islamischen Republik beraten. (APA)