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Foto: AP/Straley
Palma de Mallorca/Madrid - Seit Jahren hatten Sportfischer und Taucher immer wieder von seltsamen Geräuschen berichtet, die sie vor der spanischen Ferieninsel Mallorca vernommen hatten. Die Hypothesen um deren Herkunft hatten von Ölbohrungen über U-Boote bis hin zu abwegigeren Spekulationen gereicht. Nun hat die Wissenschaft das Rätsel gelöst und den Spekulationen ein Ende gesetzt. Bei den Klängen im Meer handele es sich um den Gesang von Finnwalen, stellte der auf Unterwasser-Akustik spezialisierte Forscher Joan Miquel Batle vom Ozeanographischen Institut der Balearen fest.

"Es passt alles zusammen, die geschilderten Geräusche, die Jahreszeit und das Gebiet, in dem die Töne gehört wurden", sagte der Experte nach Angaben der Wochenzeitung "Mallorca Magazin".

Groß und laut

Der Finnwal (Balaenoptera physalus) sei das "lauteste Tier der Welt". Über seinen Gesang kann er sich mit seinen Artgenossen über Hunderte von Kilometern verständigen. Das menschliche Gehör kann die Töne des Finnwals nach Angaben des Wissenschafters über eine Distanz von bis zu sieben Kilometern wahrnehmen. Der Finnwal ist nach seinem nächsten Verwandten, dem Blauwal, mit einer Länge von etwa 20 Meter das zweitgrößte Tier der Erde. Seine Wanderrouten führen auch durch die Straße von Gibraltar und an der Nordküste von Mallorca vorbei. Der Finnwal ist schlanker gebaut als andere große Wale, schwimmt daher schneller (bis zu 48 Stundenkilometer) und taucht tiefer.

Wildeste Spekulationen

Als vor Jahren die mysteriösen Geräusche vor der Küste Mallorcas erstmals festgestellt wurden, lösten sie zunächst unseriöse Spekulationen aus. Von versunkenen UFO-Stützpunkten oder Meeresungeheuern war die Rede. Zuletzt sorgten die Laute im Jahr 2002 für Schlagzeilen. Damals begann man damit, nach einer wissenschaftlichen Erklärung zu suchen.

Zunächst wurde vermutet, die Erdöl-Plattformen vor dem spanischen Festland bei Tarragona seien die Verursacher. Dies hielt Batle aber für ausgeschlossen, weil die Anlagen über 200 Kilometer von Mallorca entfernt seien. Er tippte damals eher auf Schiffe oder Fähren. Diese Hypothese wurde jedoch von den Tauchern zurückgewiesen. "Unser Gehör ist so geschult, dass wir am Geräusch sogar erkennen können, um was für ein Schiff es sich handelt", sagte der Profi-Taucher Jose Amengual. Auf die Finnwale war damals niemand gekommen. (APA/dpa)