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Foto: APA/ Harald Schneider
Wien - Handymasten können geringe, aber messbare Auswirkungen auf die Entstehung von Kopfweh, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten haben. Dies geht aus einer kürzlich im umweltmedizinischen Fachmagazin "OEM" publizierten Studie des Instituts für Umwelthygiene der Universität Wien hervor. Das Forum Mobilkommunikation (FMK) zweifelte in einer Reaktion die Methodik der Untersuchung an.

Anstieg mit Intensität der Strahlung

Von Ernst zu nehmenden Effekten spricht Mitautor Hans-Peter Hutter. "Wir haben Einflüsse auf Beschwerden wie Kopfweh oder Konzentrationsstörungen gemessen, die mit der Intensität der Strahlung ansteigen", sagte der Experte.

Keine Schlafstörungen festgestellt

Auswirkungen auf den Schlaf wurden nicht festgestellt. Für die im Jahr 2002 durchgeführte Studie wurden neben einer Befragung von 336 Personen in Wien und Kärnten auch Kurzzeitmessungen der Belastung in deren Wohnbereich durchgeführt.

Wohlbefinden schwer messbar

Die Interessensvertretung der Mobilkommunikation ortet im Zusammenhang mit der Studie eine "fragwürdige Methode". FMK-Sprecher Michael Buchner: "Es ist unklar, wie die Menschen ausgewählt wurden. Auch wurden andere Quellen wie Radio- und Fernsehstrahlen sowie Auswirkungen von Autobahnen, Hochspannungsleitungen und dergleichen nicht erfasst." Außerdem wies Buchner darauf hin, dass Wohlbefinden nur schwer zu messen sei.

Sieben Gutachter hinzugezogen

Hutter wies diese Einwände zurück: "Wir haben sehr wohl möglichst viele Störfaktoren, von Luftschadstoffen bis zu elektromagnetischen Feldern, berücksichtigt. Die Studie wurde vor der Publikation auch von sieben Gutachtern geprüft. Die Einwände des FMK lassen mich daher ruhig schlafen."

Auswirkungen stellen Problem dar

Ihm sei bewusst, dass die Studie, wie jede andere wissenschaftliche Arbeit, Grenzen hat: "Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten sind unspezifische Beschwerden. Dennoch wird aus den Ergebnissen klar ersichtlich, dass die Auswirkungen ein Problem darstellen." Er forderte Sorgfalt bei der Errichtung neuer Masten.

Warnung vor "Panikmache"

Hutters Fachkollege David Coggan vom General Hospital in Southampton, der die Studie im Magazin "OEM" kommentierte, warnte vor Überreaktionen. Hutter glaubt nicht dass "Panikmache" vor Handymasten negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Anrainer haben könnte. Seinen Erhebungen nach haben nur fünf Prozent erhebliche Angst vor den Folgen der Strahlung.(APA)