Graz - Ein "in dieser Form in Österreich einmaliges Projekt" setzen derzeit das Sozialressort des Landes Steiermark und das AMS um: Künstler und Künstlerinnen werden werden zu "Kunsttrainern" ausgebildet, um dann ihrerseits in einem sieben Monate dauernden Pilotprojekt 32 arbeitslose Jugendliche im Alter zwischen 15 und 19 Jahren in den kreativen Bereich zu führen. Dabei soll auch ein gemeinsames Kunstprojekt umgesetzt werden. Die Aktion kostet 387.000 Euro und wird zu gleichen Teilen vom Land und dem AMS geragen.

Doppelter Effekt

Der Vorteil des Projekts bestehe darin, dass "gleich zwei Zielgruppen" angesprochen würden, so LHStv. und Sozialreferent Kurt Flecker (S) am Dienstag: "Künstler sind nicht ständig mit Engagements gesegnet, und die Jugendlichen sind noch nicht am Arbeitsmarkt etabliert". In dem Vorhaben würde den Jugendlichen soziales Lernen und Kreativität vermittelt. Als Trainer fungieren Künstler aus allen Bereichen, aus der Theaterbranche, den bildenden und audiovisuellen Künsten und der Musik, so Herta Kindermann-Wlasak vom AMS Sreiermark. Flecker: "Die Jugendlichen können über solche Medien ihr eigenes Selbst darstellen, das erleichtert vieles".

Beihilfen für Künstler

Der Nutzen für die Künstler: Sie können sich durch ihre Teilnahme ein zweites Standbein neben ihrer künstlerischen Schaffenstätigkeit aneignen. Sie erhalten während der Projektdauer eine Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhaltes. Mit gestrigem Tag habe die Ausbildung der 20 "Trainer" begonnen, sprich die Künstler erhalten eine didaktische Qualifikation, parallel werde das eigentliche Projekt entwickelt. Diese Ausbildung dauert sieben Monate. Die Qualifizierung wird von "Team 4" und "UniT" durchgeführt. Die Jugendlichen stoßen dann im September dazu, in der Folge werden die künstlerischen Projekte mit den jungen Leuten umgesetzt, so die Projektmanagerinnen Tatjana Karlovic und Edith Draxl-Zeier.

Zweiter und dritter Projektteil

In diesem zweiten Teil des Vorhabens - nach der Schulung der "Kunsttrainer" - sollen den Jugendlichen grundsätzliche soziale und berufliche Kompetenzen vermittelt werden. Im dritten Teil des Vorhabens erhalten die Jugendlichen dann eine zwölfwöchige Berufsvorbereitung, nach "klassischem" AMS-Muster. Die Teilnahme ist sowohl für Künstler als auch für die jungen Menschen kostenlos. Die Jugendlichen werden vom AMS ausgewählt, es handelt sich dabei um ein für sie alternatives Angebot zum oftmals nicht so gut angenommenen Kurssystem, so Kindermann-Wlasak.

Projekt aus London

Seinen Ursprung hat das Projekt in London, wo es bereits mit Erfolg erprobt wurde. Auch in den Niederlanden gibt es ähnliche Vorhaben. Davon erfahren haben die steirischen Initiatoren durch "unser internationales Netzwerk". Wenn das Vorhaben auch in der Steiermark ein Erfolg werde, könne es fortgesetzt werden, meinte Flecker. (APA)