Teheran - Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat einmal mehr mit Gegenschlägen gedroht, sollte sein Land wegen des Atomstreits angegriffen werden. "Dank junger iranischer Wissenschaftler" beherrsche der Iran heute den gesamten nuklearen Kreislauf, sagte Ahmadinejad am Mittwoch bei einer Rede in Khoramshahr in der Provinz Khusistan. "Feinde versuchen, ein Komplott zu schmieden und wollen die Iraner spalten, um zu verhindern, dass das Volk seine Rechte erhält", fügte er hinzu. Sollte es den "kleinsten Schaden" oder die "kleinste Agression" geben, "werden sie eine historische Ohrfeige bekommen", warnte Ahmadinejad.

Vertreter der fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates und Deutschlands wollten am Mittwoch in London über das weitere Vorgehen im Atomstreit mit dem Iran beraten. Trotz eines mehrtägigen Aufschubs des Treffens war es den fünf Vetomächten USA, Großbritannien, Frankreich, China und Russland bis Dienstag nicht gelungen, sich auf eine gemeinsame Position im Sicherheitsrat zu einigen. Die Unterhändler der EU wollen den Iran mit einer Mischung aus wirtschaftlichen Anreizen und der Androhung von Sanktionen zum Verzicht auf seine Urananreicherung bringen. Russland und China lehnen jedoch Sanktionen ab. Die USA sind ihrerseits zu keinen Sicherheitsgarantien für Teheran bereit.

Die iranische Führung steht im Verdacht, heimlich nach der Atombombe zu streben. Sie weigert sich beharrlich, auf ihr eigenes Programm zur Urananreicherung zu verzichten. (APA)