Ramallah/Gaza - Angesichts wachsender interner Feindseligkeiten haben die führenden palästinensischen Fraktionen am Donnerstag einen umfassenden "nationalen Dialog" aufgenommen. Unter der Leitung von Präsident Mahmud Abbas sowie der Regierung der radikal-islamischen Hamas versammelten sich zahlreiche palästinensische Repräsentanten in Ramallah und Gaza. Die Beratungen, wegen der räumlichen Trennung mit Hilfe einer Videokonferenz, sollen zwei Tage andauern.

"Bisher wichtigster Dialog"

Ministerpräsident Ismail Haniyeh (Hamas) stufte die Gespräche vor Journalisten als "bisher wichtigsten Dialog" der verschiedenen Fraktionen ein. "Ich glaube, dass es allen Fraktionen ernst ist und jeder an die Interessen des palästinensischen Volkes denkt", sagte Haniyeh. Innerhalb des palästinensischen Volkes dürfe nur "die Sprache des Dialogs" herrschen, betonte er.

Die rivalisierenden Palästinensergruppen Hamas und Fatah hatten bereits am Mittwoch unter ägyptischer Vermittlung eine Beendigung ihrer Feindseligkeiten im Gaza-Streifen vereinbart. Beide Organisationen sind in einen Machtkampf verstrickt, bei dem es auch um die Kontrolle über die Sicherheitskräfte geht. Dabei sind in den vergangenen drei Wochen mehrere Palästinenser und ein Jordanier getötet worden. (APA/dpa)