New York - Die US-Regierung diskutiert nach Informationen der "New York Times" über die Möglichkeit direkter Gespräche mit dem Iran zur Lösung des Atomstreits. Außenministerin Condoleezza Rice habe entsprechende Beratungen mit führenden Beamten ihres Ministeriums aufgenommen, berichtete die Zeitung in ihrer Samstag-Ausgabe unter Hinweis auf europäische Quellen. Die Ministerin fürchte aber, dass allein schon die Bereitschaft zur Aufnahme von direkten Gesprächen als "Zeichen von Schwäche" interpretiert werden und die Verhandlungen zwischen der EU und Teheran stören könnte, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf Vertraute von Rice.

Bush, Cheney und Rumsfeld gegen direkte Kontakte

Präsident George W. Bush, Vizepräsident Dick Cheney und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld seien strikt gegen direkte Kontakte, auch über informelle Kanäle, zitierte die Zeitung Regierungsmitarbeiter in Washington. Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad hatte einen Brief an Bush gerichtet, der nicht beantwortet worden war. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hatte sich für Direktgespräche zwischen Washington und Teheran ausgesprochen.

Die fünf Vetomächte im UNO-Sicherheitsrat (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich) und Deutschland hatten sich nicht auf einen Resolutionsentwurf zum Iran-Atomkonflikt verständigen können. Sie waren stattdessen übereingekommen, dem Land wirtschaftliche Anreize für ein Einlenken anzubieten. Die Androhung von Sanktionen in Form einer Sicherheitsrats-Resolution wird von Russland und China abgelehnt. Der Westen befürchtet, dass der Iran angereichertes Uran zum Bau von Atombomben verwenden könnte. (APA)