Eisenstadt - Vorschläge der SPÖ für Maßnahmen zur Existenzsicherung für Frauen haben die Zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (S) und Frauenlandesrätin Verena Dunst (S) am Dienstag in Eisenstadt präsentiert. Rund 36.000 Menschen, davon 20.000 Frauen und Mädchen, seien laut aktuellem burgenländischen Armutsbericht von Armut betroffen, so Dunst bei einer Pressekonferenz. Die beiden Politikerinnen statteten gemeinsam unter anderem der BEWAG, dem Frauenhaus und der Fachhochschule einen Besuch ab.

Schere weitet sich

Die Tendenz im Burgenland gehe in die Richtung, dass reiche Menschen immer reicher und arme Menschen immer ärmer würden. "Frauen sind die Einkommensverliererinnen", die Schere gehe immer weiter auseinander, so Dunst. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen eines Arbeitnehmers liege im Burgenland beispielsweise um 66 Prozent über dem einer Arbeitnehmerin.

"Tatsache ist: Die Armut steigt und die Armut ist weiblich - auch in Österreich", erklärte Prammer. Die Politik sei gefordert, gegenzusteuern und Alternativmodelle anzubieten. Ein von der SPÖ entwickeltes Modell einer bedarfsorientierten Mindestsicherung soll nach einem Feinschliff demnächst im Detail präsentiert werden.

Kinderbetreuung und Förderfonds

Als Maßnahmen nannte Prammer 100 Mio. Euro für Kinderbetreuung sowie einen ebenfalls mit 100 Mio. Euro dotierten Bundesfrauenförderfonds. Außerdem trete die SPÖ für die Schaffung von rund 100.000 Plätzen in Ganztagsschulen innerhalb von vier Jahren ein. Das sei "realistisch und machbar".

Man müsse alles daran setzen, dass Menschen in Arbeit sind - mit einem menschenwürdigen Einkommen, so Prammer. Die Politik sei gefordert, durch Steuerreformen die unteren Einkommen zu entlasten. Teilzeitbeschäftigung in Österreich bedeute, weniger als 50 Prozent des Vollerwerbs beschäftigt zu sein. In Skandinavien liege dieser Wert bei 70 Prozent. Eine Arbeitszeitautonomie für junge Eltern nach skandinavischem Modell würde etwa dazu führen, dass Eltern nicht aus dem Beruf aussteigen müssten.

Absicherung im Alter

Man müsse danach trachten, dass sich die Einkommensschere wieder schließe und dass Frauen vor allem im Alter abgesichert seien, so Dunst. Derzeit sei es genau umgekehrt: Immer mehr Frauen gingen Teilzeit- und atypische Beschäftigungsverhältnisse ein. 93 Prozent der Teilzeitbeschäftigten im Burgenland seien Frauen, "nur 16 Prozent Prozent wollen aber diesen Teilzeitjob." Sie erhoffe sich in den nächsten Monaten und Jahren eine Trendwende, erklärte die Landesrätin. (APA)