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Der zweifache Torschütze für Japan Takahara und Jansen beim Luftduell.

Foto:AP/Augstein
Leverkusen/Vittel - WM-Gastgeber Deutschland hat im Duell zweier WM-Teilnehmer gegen die japanische Auswahl am Dienstagabend ein glückliches 2:2 (0:0)-Unentschieden erreicht. Zehn Tage vor dem Auftaktspiel gegen Costa Rica präsentierte sich die DFB-Auswahl zwar bemüht, die spielerisch starken Japaner gingen nach einer torlosen ersten Spielhälfte aber durch zwei Treffer von Naohiro Takahara (57., 65) 2:0 in Führung. Miroslav Klose (76.) und Bastian Schweinsteiger (80.) ersparten den Deutschen mit zwei späten Toren eine empfindliche Niederlage.

Nach einer chancenarmen ersten Spielhälfte, in denen Nakata (13.) bzw. Podolski (45.) die besten Chancen vergeben hatten, kamen die laufstarken Japaner besser aus der Kabine. Der zukünftige Frankfurt-Stürmer Takahara bezwang Jens Lehmann im Alleingang zum Führungstreffer, nachdem die Abseitsfalle der Hausherren nicht zugeschnappt hatte. Acht Minuten später ließ der Torschütze mit einem schnellen Haken drei Deutsche stehen und ließ dem wieder chancenlosen Arsenal-Tormann keine Chance.

Deutsche Qualität bei Standards

Dass es doch noch zu einem Unentschieden kam, verdankte die Klinsmann-Elf, bei denen Michael Ballack nach seiner Verletzung ein Comeback feierte, zwei späten Toren. Miroslav Klose (76.) und Bastian Schweinsteiger (80.) nach einem Freistoß per Kopf trafen zur Freude der 22.500 Zuschauer in Leverkusen zum Endstand.

WM-Neuling Elfenbeinküste kam gegen Chile am Dienstag ebenfalls über ein 1:1 (0:0)-Unentschieden nicht hinaus. Die Westafrikaner gingen in Vittel/Frankreich durch ein Elfmetertor von Aruna Dindane (71.) zwar in Führung, das nicht für die WM qualifizierte Chile glich sechs Minuten später durch Humberto Suazo (77.) allerdings aus.

Polen und Tschechien enttäuschen

Zwei Vorrunden-Gegner der deutschen Nationalmannschaft haben sich zehn Tage vor WM-Beginn in schwacher Form präsentiert. Polen verlor in Chorzow gegen Kolumbien mit 1:2. Costa Rica, Auftaktgegner des DFB-Teams am 9. Juni in München, unterlag Tschechien mit 0:1. Den Treffer erzielte Vratislav Lokvenc von Red Bull Salzburg.

Treffer des kolumbianischen Torhüters

Ein kurioses Tor des kolumbianische Torhüters Luis Martinez bescherte Polens Team einen bitteren Abschied vor der Abreise zur WM. Ein Ausschuss von Martinez in der 63. Minute schlug 16 Meter vor Polens Tor einmal auf und senkte sich in hohem Bogen über den zu weit vor dem eigenen Tor platzierten Ersatztorhüter Tomasz Kuszczak zum 0:2 ins Netz. Polen erzielte in der 91. Minute durch Ireneusz Jelen den späten Anschlusstreffer, die 1:2 (0:1)-Niederlage verhinderte er aber nicht.

Elkin Murillo hatte die Südamerikaner, welche die Qualifikation zur WM verpasst hatten, nach 20 Minuten in Führung gebracht. Die 20.000 enttäuschten Zuschauer in Chorzow verabschiedeten ihre Mannschaft, die in der Qualifikation zur WM Österreich zwei Mal besiegt hatte, daraufhin mit Pfiffen. Von den zwei in der Bundesliga engagierten Austria-Wien-Legionären wurde Arek Radomski in der 46. Minute eingewechselt. Sebastian Mila kam nicht zum Einsatz.

Tschechen mühten sich zum Sieg

Auch Tschechien präsentierte sich gegen Costa Rica nicht in WM-Form. Dank eines Treffers des Salzburg-Legionärs Lokvenc (82.), der nach Flanke des Ex-Austrianers Libor Sionko per Kopf traf, gingen die Tschechen nach mühsamen 90 Minuten doch noch als Sieger vom Platz. Lokvenc war erst in der 71. Minute eingewechselt worden, Sionko spielte die gesamte zweite Spielhälfte.

Als Entschuldigung kann allerdings geltend gemacht werden, dass die Tschechen ohne die verletzten Stammkräfte Tomas Rosicky, Tomas Galasek und Vladimir Smicer sowie die von Teamchef Karel Brückner zunächst geschonten Pavel Nedved, Karel Poborsky, Milan Baros, Tomas Ujfalusi und Petr Cech antraten. Costa Rica war über die gesamte Spielzeit ein harmloses Team, Ronald Gomez hatte mit einem Distanzschuss die einzig nennenswerte Chance.

Schützenfest der Brasilianer

Titelverteidiger Brasilien hat sich in Basel gegen den FC Luzern für die Fußball-WM warmgeschossen. Die "Seleçao" gewann am Dienstagabend das ungleiche Kräftemessen mit 8:0 (3:0). 31.000 Zuschauer im ausverkauften St.-Jakob-Park feierten die Spieler des fünffachen Weltmeisters wie Popstars. Die Tore erzielten Kaka (20.), Adriano (38., 86.), Ronaldo (43., 59.), Lucio (61.), Juninho (71.) und Robinho (78.).

Gegen den Schweizer Erstliga-Aufsteiger bot Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira seine angekündigte Stammformation auf. So standen auch Ronaldo, Cafu und Roberto Carlos in der Anfangself. Die Innenverteidigung bildeten die Deutschland-Legionäre Lucio (Bayern München) und Juan (Bayer Leverkusen). Auffälligster Spieler war Kaka: Der Mittelfeldstratege vom AC Milan und Nebenmann von Ronaldinho sorgte für viel Tempo. Nach einer guten Stunde wechselte Parreira sieben Spieler aus.

Die letzte Bewährungsprobe vor der WM bestreiten die Brasilianer am Sonntag (18.00 Uhr) in Genf gegen Neuseeland. Am selben Abend reist der WM-Favorit ins Trainingsquartier nach Königstein bei Frankfurt/Main. Die erste Vorrunden-Begegnung steht am 13. Juni in Berlin gegen Kroatien an.

England konnte letztlich überzeugen

Die englische Fußball-Nationalmannschaft besiegte Ungarn nach Startschwierigkeiten verdient 3:1 (0:0) besiegt. Nach einer torlosen ersten Spielhälfte, in der Frank Lampard sich sogar den Luxus leistete, einen Elfmeter zu verschießen (42.), zog die Mannschaft von Trainer Sven-Göran Eriksson nach der Pause ein druckvolles Spiel auf. Steven Gerrard (47.), John Terry (50.) und Peter Crouch (84.) trafen, Pal Dardai (55.) war für Ungarn erfolgreich.

Vor 56.000 Zuschauern im Old-Trafford-Stadion in Manchester bereitete David Beckham mit zwei Freistößen die Treffer von Gerrard und Terry vor, beide erzielten ihre Tore per Kopf. Crouch sorgte mit einem Tor von der Strafraumgrenze für den Endstand. Der in der 64. Minute eingewechselte Theo Walcott feierte mit 17 Jahren und 75 Tage als jüngster englischer Nationalspieler sein Länderspieldebüt. Der derzeit verletzte Wayne Rooney hatte mit 17 Jahren und 111 Tagen bisher den Rekord gehalten.

Im Duell zweier WM-Teilnehmer ließ der zweifache Champion Argentinien Endrunden-Neuling Angola keine Chance. Maxi Rodriguez (28.) und Juan Pablo Sorin (36.) erzielten im italienischen Salerno die Treffer zum 2:0 (2:0)-Sieg für die "Albiceleste".

Tunesien gewann gegen Weißrussland klar 3:0 (1:0). Die Tore der Nordafrikaner erzielten Hamed Namouchi (35.) per Elfmeter, Francileudo Santos (48.) und Issam Jomaa (93.). (APA)