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Weiße, gelbe, orange und hellblaue Farben können bei Tattoos heute noch nicht entfernt werden

Foto: apa/dpa/Friso Gentsch
Graz - Bereits im Jahr 1917 beschrieb Einstein den Lasereffekt - in den vergangenen 20 Jahren hat sich die Methode in allen medizinischen Fachgebieten zur Behandlung unterschiedlichster Krankheitsbilder etabliert. Noch bis 24. Juni findet in Graz der neunte Kongress der Europäischen Gesellschaft für Ästhetische Laserchirurgie (ESLAS) statt.

Laser gegen Blutschwamm

Bei der Therapie von angeborenen Gefäßfehlbildungen hat der Laser eine zentrale Bedeutung, so Kongresspräsident Stephan Spendel von der Plastischen Chirurgie an der Grazer Uni-Klinik. Vor allem bei der Behandlung von Kindern mit Blutschwämmen wird Laserlicht angewendet. Ein bis zwei Prozent der Neugeborenen würden ein solches Gefäßmal - im Volksmund als "Feuermal" bezeichnet - entwickeln, so Spendel. Während früher Abwarten als richtige Handlungsweise angesehen wurde, werden heute solche Male bereits sehr früh mittels Laser zum Stillstand gebracht.

Kosmetische Nachfragen

Zunehmen würde die Nachfrage unter anderem bei Haarentfernungen. Per Laser sei dies die effizienteste Methode, um Haare loszuwerden - eine Entfernung auf immer gebe es aber nicht, erklärte Daisy Kopera, Leiterin der Spezialambulanz für Lasertherapie der Uni-Klinik für Dermatologie und Venerologie Graz. Erste Härchen - vereinzelt und weicher als zuvor - würden sich nach acht Monaten wieder zeigen.

In diesem Zusammenhang müsse man großteils von "Konsumentinnen" - nicht "Patientinnen" - sprechen, so Kopera. "Da streiten wir oft mit der Versicherung", erläuterte Erwin Scharnagl, Leiter der Abteilung für Plastische Chirurgie an der Grazer Uni-Klinik für Chirurgie. Die Übergänge klinisch sinnvollem und kosmetisch erwünschtem Eingriff seien fließend, psychologische Folgen für den Betroffenen ausschlaggebend.

Tattoo-Entfernung nicht immer schmerzlos

Je nach Anwendungsgebiet gibt es eine Vielzahl verschiedener Laserarten und Modelle, die sich in der Anzahl und Länge der Lichtfrequenzen unterscheiden - auch die Strahlfarbe sei unterschiedlich, so Kopera. So zum Beispiel sei die Farbe beim Entfernen von schwarzen Tätowierungen dunkelrot, an der Grenze zu infrarotem Licht. Weiße, gelbe, orange und hellblaue Farben bei Tattoos könnten mit derzeitigem Entwicklungsstand noch nicht entfernt werden. Hingewiesen wurde auch darauf, dass derartige Behandlungen nicht immer schmerzfrei sind.

Noch kaum Anwendung findet Laserlicht bei Zähnen. Zwar setze man es bereits bei der Behandlung von Parodontose ein, einen Bohrer ersetzen könne man damit aber noch nicht, so Kopera. In Graz wird der Laser seit den 70er Jahren eingesetzt. In den vergangenen zwei Jahren habe man rund 500 Patienten behandelt, die Zahl sei auf jeden Fall steigend. (APA)