Wien - Die Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Wien setzt sich für eine gesetzlich verpflichtende Berufshaftpflichtversicherung für Immobilienmakler und -verwalter ein. An einer diesbezüglichen Änderung der Gewerbeordnung werde zwar bereits gearbeitet - diese werde kommen, "die Frage ist nur, wann", so Obmann Oliver Brichard.

Die genaue Vorgangsweise werde sein, dass der Fachverband einen Rahmenvertrag schließt, die einzelnen Mitglieder werden dann die Möglichkeit haben, diesem beizutreten. Brichard erwartet sich dadurch einen weiteren Ausbau der Qualitätsstandards in der Branche. Die Absicht einer damit einhergehenden gewissen "Marktbereinigung" stellte der Fachverbands-Obmann im Gespräch mit derStandard.at in Abrede, räumte jedoch ein: "Für eine Bereinigung wird der Markt schon selbst sorgen."

"Bestmögliche Absicherung"

Die Qualität in der Branche sei im Allgemeinen sehr hoch, dass es hier aber auch ein paar "Ausreißer" gebe, sei völlig normal, so Brichard. "Vermittler und Verwalter bearbeiten täglich unzählige kleine und große Fälle, führen eine Menge Telefonate und beantworten Anfragen - da ist es nur menschlich, dass auch einmal ein Fehler passieren kann." Dies dürfe jedoch niemals zum Schaden der Kunden und Konsumenten geschehen.

Mit einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung seien Schadenersatz und Gewährleistung im Falle der Immobilienmakler, sowie die treuhändische Verwaltung von Kundengeldern im Fall der Vermögenstreuhänder für den Kunden bestmöglich abgesichert. "Nicht vergessen darf man hier auch den Vorteil für die Unternehmen selbst, denn eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung bietet auch für diese Schutz vor unvorhersehbaren Haftungsansprüchen und sichert damit nachhaltig die wirtschaftliche unternehmerische Basis."

Für Versicherungsmakler ist eine solche Versicherung übrigens schon vorgeschrieben: Am 15. Jänner 2005 trat eine neue EU-Versicherungsvermittlerrichtlinie in Kraft, die die Makler dazu verpflichtet, eine Vermögensschadenhaftpflicht mit einer Deckungssumme von 1 Mio. Euro pro Versicherungsfall und 1,5 Mio. Euro für alle Versicherungsfälle eines Jahres abzuschließen. (map)