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Brüssel - In der Europäischen Union ist das Schadensausmaß durch Betrugsfälle im vergangenen Jahr angestiegen. Wie aus dem am Donnerstag in Brüssel vorgelegten Jahresbericht der Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF hervorgeht, entstand der EU durch Fälle, in denen 2005 Untersuchungen liefen, ein geschätzter Schaden von rund 1,93 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor betrug die vergleichbare Schadenssumme noch 1,78 Milliarden Euro.

Vor allem Agrarsektor

203 Millionen Euro konnten unterdessen von OLAF im Vorjahr wieder eingebracht werden - der höchste jemals verzeichnete Betrag. Die Zahl der ungeklärten Fälle von Betrug und finanziellen Unregelmäßigkeiten ging im Berichtszeitraum leicht zurück. Während OLAF 2005 in 452 Fällen ermittelte, waren es im Jahr zuvor noch 469. Die meisten Untersuchungen der EU-Betrugsbekämpfer betrafen den Agrarsektor, gefolgt von Zollangelegenheiten, EU-Außenhilfen und internen Prüfungen. Als besonders attraktiv für Betrüger erwiesen sich die EU-Subventionen für Fleisch, Zucker und Knoblauch, wie Experten von OLAF am Donnerstag mitteilten.

Betrug in Deutschland

Die meisten neuen Verdachtsfälle wurden in Belgien (102), Deutschland (87), Italien (81) und Spanien (72) verzeichnet. In Österreich untersuchten OLAF-Mitarbeiter im Vorjahr 14 Fälle. Rumänien meldete 61 Untersuchungen, während Bulgarien 15 aufwies. In der EU-Kommission und bei OLAF wird jedoch betont, dass die Zahl der Untersuchungen nichts über das tatsächliche Betrugsausmaß sagt. Die hohe Zahl von gemeldeten Fällen in Rumänien wird vielmehr als Zeichen einer aktiveren Nachforschung der Behörden gesehen. Die gestiegene Zahl von Fällen in der EU insgesamt sei auch auf die Erweiterung um zehn neue Länder im Mai 2004 zurückzuführen, heißt es. (APA)