Houston - Microsoft-Chef Bill Gates sieht in dem kostenlosen Computer-Betriebssystem Linux keine Gefahr für die eigenen Windows-Programme. Microsoft nehme Linux zwar ernst, sagte Gates am Mittwoch abend vor Branchenvertretern in Houston. Doch letzlich erwarte Microsoft nicht, daß sich das Programm zu einer bedeutenden Bedrohung entwickle. Es gebe zweifellos einen Markt für kostenlose Software, fügte Gates hinzu. Doch beschränke sich dieser Markt auf relativ einfache Anwendungen wie Programme zur Textverarbeitung oder Tabellenkalulation. Windows-Betriebssysteme bringen derzeit mit großem Abstand die meisten Computer weltweit zum Laufen. Gates sagte, zum Beispiel seien Internet-Navigationsprogramme (Browser) am Anfang kostenlos abgegeben worden. Mittlerweile seien Browser aber viel ausgeklügelter geworden und könnten nur noch von kommerziellen Organisationen entwickelt werden. Microsoft sei im übrigen der Ansicht, das die meisten Kunden bei Windows die Treue halten würden, weil das Programm homogener sei als Linux. Der finnische Programmierer Linus Torvalds hatte Linux als Student vor acht Jahren entworfen und sich dabei an dem Betriebssystem Unix orientiert. Das freie Betriebssystem ist seither von vielen Computerfachleuten, vielfach auch Studenten, weiterentwickelt worden. Mittlerweile ist auch die Industrie aufmerksam geworden und wird unter anderem von IBM, Dell Computer und Sun Microsystems unterstützt. Daher haben Industriebeobachter die Ansicht vertreten, Linux könne eines Tages die dominierende Stellung von Windows gefährden. (APA/Reuters)