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Foto: REUTERS/Finbarr O'Reilly
Wien/London - Rund 1.200 Tote fordert des Krieg in der Demokratischen Republik Kongo täglich. Der Konflikt zwischen der kongolesischen Armee und Rebellenmilizen forderte seit 1998 rund vier Millionen Menschenleben. Jährlich verlieren im Kongo mehr Kleinkinder ihr Leben als in China - einem Land mit 23 Mal mehr Einwohnern. Diese Zahlen veröffentlichte die UNICEF in einer Aussendung und forderte die Österreicher zu Spenden auf.

Folgen des Krieges

Ein von Martin Bell, ehemaliger BBC-Kriegsberichterstatter und UNICEF-Botschafter, verfasster Bericht beschreibt die Folgen des Krieges auf Kinder und ihre Familien. Die Kinder in dem afrikanischen Land leiden unter Gewalt, Krankheiten und Unterernährung. Kämpfe und Instabilität im Land verhindern laut UNICEF den Zugang zu medizinischer Versorgung und zu Hilfsprogrammen.

"Kinder tragen die Hauptlast des Konfliktes, der Krankheiten und der Todesfälle", sagte Tony Bloomberg, Büroleiter von UNICEF Kongo, bei der Pressekonferenz in London. "Aber Kinder sind auch Zeugen von oder unfreiwillig Beteiligte an Gräueltaten und Verbrechen, die körperliches und seelisches Leid zufügen. Während der Kongo alle sechs Monate mit Todesraten ähnlich denen des Tsunami konfrontiert ist, erhält er nicht die gebührende Aufmerksamkeit, weder von den Medien noch von der Öffentlichkeit", kritisierte Bloomberg.

Versorgung mit dem Notwendigsten

Um die Nothilfe im Kongo weiterführen zu können, braucht UNICEF laut eigenen Angaben für das Jahr 2006 insgesamt 93,67 Millionen US-Dollar - bis jetzt verfügt die Hilfsorganisation nur über 38 Prozent der benötigten Finanzen. Relative Stabilität erlaubt nun einen besseren Zugang zu den Kindern im Ostkongo, doch es werden dringend mehr Mittel gebraucht, um die Kinder mit dem Notwendigsten zu versorgen. (APA, Juli 2006)