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Wolfgang Flöttl hat versprochen, den Ermittlern bei der Suche zu helfen.

Foto: APA/Herbert Pfarrhofer
Wien – In den USA versuchen derzeit Ermittler des Bundeskriminalamtes herauszubekommen, was aus den Verkaufserlösen der Gemälde und Liegenschaften von Investmentbanker Wolfgang Flöttl geworden ist, die dieser als Sicherheiten eingesetzt hatte. Das Restrukturierungsteam der Bawag hat zumindest für 23 der 78 Gemälde, die Flöttl früher besessen hat, den Nettoerlös ermittelt.

So wurde das Bild "Le Reve" (Der Traum) von Pablo Picasso 2001 um 60 Mio. US-Dollar verkauft, der Schätzwert aus dem Jahre 1998 lag bei 70 Mio. Dollar. Eine gewaltige Differenz gab es auch bei Picassos Bild "Le Marin", das auf 47 Mio. Dollar geschätzt und 1999 für acht Mio. Dollar verkauft wurde.

Das Bild "La Moisson en Provence" von Vincent van Gogh wurde 2003 um 10,312 Mio. Dollar verkauft – ein Schnäppchen im Vergleich zum Schätzwert von 57,5 Mio. Deutlich günstiger gab es auch das Porträt "Manet à la palette" von Édouard Manet mit 20,2 Mio Dollar (Schätzwert 60 Mio.). Das Bild "Camille Assise/Trouville" von Claude Monet wechselte im Jahr 2000 für 2,1 Mio. Euro den Besitzer – und war noch zwei Jahre davor auf 20 Mio. Dollar geschätzt worden. Oskar Kokoschkas "Richmond Terrace" war auf fünf Mio. Euro taxiert worden, kam aber für 960.000 Dollar an neue Wände.

Wie aus dem Bericht des Restrukturierungsteams hervorgeht, war ein Teil der Bilder, die im schweizerischen Kloten bei der Firma MAT_Securitas Express eingelagert waren, gar nicht versichert. Fünf Bilder sollen überhaupt verschwunden sein.

Insgesamt sind Polizei und Justiz derzeit noch immer am Rekonstruieren der Vermögensverwertung, "es wird noch dauern, aber nicht mehr lange", sagt einer der Involvierten zum STANDARD.

Was mit den Liegenschaften Flöttls auf Bermuda und den Bahamas geschehen ist, darüber tappt auch das Restrukturierungsteam noch im Dunkeln. Eine karibische Immobilie soll laut Elsner um 45 Mio. Dollar verkauft worden sein; angeblich an einen Spanier. "Unterlagen dafür fehlen, auch Zahlungseingänge können nicht zugeordnet werden", heißt es im Bericht der Bawag-Restrukturierer.

Die Bermuda-Liegenschaft und das Fruchtgenussrecht dafür dürften nach wie vor im Besitz der Stiftung Biamo stehen, heißt es im Bericht. (Alexandra Föderl-Schmid, Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.7.2006)