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Foto: REUTERS/Dominic Ebenbichler
Wien - Die Wiener Ärztekammer plädiert dafür, mehr Prävention und Sport ins österreichische Gesundheitswesen einzubringen. Fast jeder zweite Österreicher ist übergewichtig und ein Viertel der österreichischen Kinder ist zu dick, warnten der Wiener Ärztekammer-Präsident Walter Dorner und Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer.

Vorsorge

Um Prävention im österreichischen Gesundheitssystem voranzutreiben, habe man das Projekt "Fit für Österreich" entwickelt, sagte Schweitzer. Mit Hilfe der Sport-Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und Sportunion habe man Strukturen geschaffen, die nun genutzt werden müssten. Interessierte könnten zwischen 1.227 Bewegungsangeboten wählen.

Risiko von Herzerkrankungen senken

Bewegung diene der Vorbeugung von Krankheiten, erklärte Dorner. Eine französische Studie, bei der 100.000 Frauen über einen Zeitraum von zwölf Jahren (1990-2002) getestet wurden, habe ergeben, dass diejenigen, die wöchentlich mindestens fünf Stunden intensive Bewegung betrieben, ihr Brustkrebsrisiko um bis zu 38 Prozent senken konnten. Die Wahrscheinlichkeit, an den Herzkranzgefäßen zu erkranken, könne durch Sport gar um 60 Prozent reduziert werden, sagte Dorner.

Mehr Bewegung an den Schulen

Man wolle auch eine kreative Aufklärungskampagne an den Schulen, um hier verstärkt Bewusstsein zu schaffen, meinte Dorner. "Es kann nicht sein, nur zu sagen, streicht's eine Stunde Sport", so Dorner. Positives Beispiel für ein breiteres Sportangebot an den Schulen seien die Vereinigten Staaten.

Kosten-Effekt

Es gehe darum, aus einem sehr guten Krankheitssystem ein gutes Gesundheitssystem zu machen und den Sport als Dienstleister mit einzubeziehen, sagte Schweitzer. Er berief sich auf eine Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS), dass unter der Annahme, dass alle Erwerbstätigen durch betriebliche Gesundheitsförderungsprogramme erreicht werden und alle erwerbstätigen Personen, denen auf sie individuell zugeschnittenen Empfehlungen Folge leisten würden, volkswirtschaftliche Einsparungseffekte in der Höhe von bis zu 3,64 Milliarden Euro möglich seien.

Ärzte sollen motivieren

"Ärzte sollen in Zukunft vermehrt Reparierer sein", meinte auch der Direktor des Österreichischen Instituts für Sportmedizin (ÖISM), Norbert Bachl. Ärzte sollten motiviert werden, die Bewegungsangebote an ihre Patienten weiterzugeben, meinte Bachl. (APA)