Der leitende APA-Redakteur für Wissenschaft und Bildung, Christian Müller (43), erhält den mit 5.500 Euro dotierten Österreichischen Staatspreis für Wissenschaftspublizistik. Der mit 2.500 Euro dotierte Förderungspreis für Nachwuchsjournalisten geht an Birgit Dalheimer (ORF-Radio Ö1). Das teilte das Bildungsministerium mit, das die Preise alle zwei Jahre ausschreibt. Die Auszeichnungen werden am 15. September im Rahmen eines Festaktes von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) verliehen.

Christian Müller startete seine journalistische Laufbahn als Lokalreporter der Wiener Kirchenzeitung und war anschließend Redakteur des Informationsdienstes für Bildungspolitik und Forschung (ibf). Seit 1992 ist er Wissenschaftsredakteur der APA - Austria Presse Agentur, von 1996 bis 2000 fungierte er als Leiter des damals neu geschaffenen Ressorts "Kultur-Wissenschaft-Bildung". Seit 2000 ist er stellvertretender Ressortchef und Leiter der Wissenschafts- und Bildungsberichterstattung.

Müller bereits 1994 mit Förderpreis ausgezeichnet

1994 war Müller bereits mit dem Förderpreis für Wissenschaftspublizistik ausgezeichnet worden, 1999 erhielt er den Würdigungspreis für wissenschaftlich fundierte Publizistik beim Kardinal-Innitzer-Preis, 2005 den "ON Medienpreis" des Österreichischen Normungsinstituts und heuer den Medienpreis des Verband der Professorinnen und Professoren an den österreichischen Universitäten. Seit 1994 ist er stellvertretender Vorsitzender des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten. 2004 legte Müller mit dem Sammelband "Science Pop" (Nausner & Nausner) eine Bestandsaufnahme der Situation des Wissenschaftsjournalismus zu Beginn des 21. Jahrhunderts vor.

Laut Begründung der Jury ist es Müller gelungen, "die speziellen Anforderungen der Agenturarbeit - wie Verlässlichkeit, gebotene Kompaktheit sowie Schnelligkeit und Genauigkeit - bei der verständlichen Aufarbeitung komplexer wissenschaftlicher Themen und Inhalte umzusetzen und damit den österreichischen Medien ein umfangreiches tägliches Meldungsangebot aus den Bereichen Wissenschaft und Forschung zur Verfügung zu stellen". Dabei werde ein besonderer Schwerpunkt auf Wissenschaftsmeldungen mit Österreich-Bezug und umfangreiche wissenschaftliche Hintergrund-Berichterstattung zu aktuellen Großthemen oder Großereignissen wie zuletzt die EU-Ratspräsidentschaft gelegt. So habe er wesentlich zur verstärkten Wahrnehmung wissenschaftlicher Themen in den Medien und in der Öffentlichkeit beigetragen.

Förderungspreis an Birgit Dalheimer

Dalheimer gestaltete Beiträge für die Sendereihen "Dimensionen", "Salzburger Nachtstudio", "Diagonal", "Kontext", "Radiokolleg" und aktuelle Wissenschaftsmeldungen für die Nachrichten-Journale und "Wissen aktuell". Nach Abschluss ihres Studiums der Molekulargenetik war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Risikoforschung der Universität Wien an Projekten im Bereich "Risiken der Gentechnik" und ab 1998 als freie Wissenschaftsjournalistin tätig.

Der Österreichische Staatspreis für Wissenschaftspublizistik wird seit 1971 für hervorragende publizistische Leistungen im Interesse von Wissenschaft und Forschung vergeben. (APA)