Bei der Belegschaft ist die vorläufige Suspendierung des Wiener Landespolizeikommandanten Roland Horngacher kein allzu großes Thema, berichten Personalvertreter der Polizei. Zumindest unter den 600 Exekutivbeamten, die am Donnerstagabend im Wiener Happel-Stadion das UEFA-Cup-Match Mattersburg - Krakau sicherten. "Es ist nicht so, dass dem General Horngacher unbedingt eine Träne nachgeweint wird, aber auch nicht so, dass die Kollegen sich freuen", schildert der Gewerkschafter.

Ein Gefühl, das Martin Kreutner, Chef des Büro für interne Angelegenheiten (BIA) nicht unbedingt teilen kann. Bei der im Innenministerium beheimateten Anti-Korruptionsbehörde reservierte man sich das ganze Wochenende, um für eine Befragung Horngachers Zeit zu haben. Der soll jahrelang Reisegutscheine der Bawag in fünfstelliger Euro-Höhe angenommen und eingelöst haben, lautet der Vorwurf, den Horngacher und sein Anwalt bestreiten.

Unbehagen

Mit einigem Unbehagen stellen BIA und Staatsanwaltschaft fest, dass in der Causa "manche Journalisten besonders gut informiert sind", wie sich Walter Geyer, Sprecher der Staatsanwaltschaft, ausdrückt. Einige Medienvertreter dürften Zugang zum geheimen Bawag-Gerichtsakt haben, aus dem sich auch der Verdacht gegen Horngacher ableiten dürfte. Dass weitere Beamte Bawag-Geschenke bekommen haben, will man nicht bestätigen. (APA, moe/DER STANDARD-Printausgabe, 12./13.08.2006)