Bern - Jan Ullrich droht das Ende seiner Radsport-Karriere. Der Schweizer Radsportverband Swiss Cycling kündigte ein Doping-Verfahren gegen den 32-jährigen Tour-de-France-Sieger 1997 an.

Damit könnte dem deutschen Radprofi, der in Scherzingen lebt und mit einer Schweizer Lizenz fährt, sogar eine lebenslange Sperre drohen. Denn spricht die Disziplinar-Kommission Ullrich schuldig, ist er quasi Wiederholungstäter. 1997 war er mit Amphetaminen erwischt worden. Aber selbst wenn dieses Vergehen nicht angerechnet werden sollte, drohen Ullrich nun zwei Jahre Sperre. Danach könnten zwei weitere Jahre Arbeitsverbot bei Pro-Tour-Teams in Kraft treten.

Der Schweizer Verband hatte in den vergangenen Tagen die Unterlagen der spanischen Ermittlungsbehörden ausgewertet. Die Ermittlungen der spanischen Behörden hatten zu Ullrichs Ausschluss von der Tour de France und zur Kündigung durch seinen bisherigen Arbeitgeber T-Mobile geführt.

Ullrich, sein früherer Team-Kollege Oscar Sevilla, Giro-Sieger Ivan Basso sowie Dutzende andere Fahrer sollen in das spanische Doping-Netzwerk der Ärzte Eufemiano Fuentes und Jose Merino Batres verstrickt sein. Bei einer Razzia im Mai hatte die spanische Polizei bei Fuentes und Batres 200 Blutbeutel sichergestellt, die über Code-Entschlüsselungen einzelnen Profis zugeordnet wurden, darunter auch Ullrich. Über einen DNA-Vergleich, dem sich Ullrich verweigerte, könnte ermittelt werden, ob das angereicherte Blut aus den Labors in Madrid wirklich vom früheren T-Mobile-Kapitän stammt. (APA/dpa)