Wien - Der Wiener Anwalt Günter Harrich ist nicht mehr Natascha Kampuschs Rechtsbeistand. Die Kanzlei Lansky, Ganzger & Partner wird den Fall übernehmen, gab die Opferhilfeorganisation "Weisser Ring" am Mittwoch in einer Aussendung bekannt.

Durch die Komplexität des Falles wäre Harrich praktisch zu 100 Prozent auslastete, erklärte der "Weisse Ring". Es sei ihm nicht mehr möglich gewesen, die anderen Mandanten seiner relativ kleinen Kanzlei ordnungsgemäß zu betreuen. Der Anwalt sah sich nicht in der Lage, den Ansprüchen von Natascha Kampusch auf optimale Vertretung zu entsprechen. Er hat daher die Opferhilfeorganisation "Weisser Ring" am Mittwoch ersucht, ihn von der Prozessbegleitung zu entbinden.

Ab sofort wird Natascha Kampusch in Rechtsfragen von der Wiener Anwaltskanzlei Lansky, Ganzger & Partner vertreten, die als Top-Adresse für Schadenersatz-, Unterhalts- und Schmerzensgeldsfragen gilt.

"Ich mache das sehr gerne", sagte Gabriel Lansky im Gespräch mit der APA. Er habe bereits mit Natascha Kampusch gesprochen. Nähere Details über das Gespräch wollte der Anwalt nicht preis geben. "Wir müssen uns erst in den Fall einarbeiten, um eine weitere Vorgehensweise zu bestimmen."

Schadensersatzansprüche Anwalt Günter Harrich hat bereits Schadenersatzansprüche gegen die Verlassenschaft nach Wolfgang Priklopil eingebracht und finanzielle Zuwendungen nach dem Verbrechensopferhilfegesetz beantragt. Es sei einigermaßen schwierig gewesen, mit der jungen Frau die nötigen Rechtsfragen zu besprechen: "Man darf nicht vergessen, dass sie 18 ist. Ich habe mit 18 nicht gewusst, was Schadenersatz ist und wie das funktioniert."(APA)