Wien - Empört reagierte der Verteidiger von Ernst Geiger, Manfred Ainedter, nach dem heutigen Verhandlungstag gegen den suspendierten Wiener Kripo-Chef auf den Observationsbericht, der das inkriminierte Treffen zwischen Geiger und dem Sauna-Betreiber Wolfgang B. dokumentieren soll. Dieser sei nicht nur unvollständig, sondern auch fehlerhaft, wetterte der Anwalt am Mittwochabend im Gespräch mit der APA.

Bisher war man davon ausgegangen, sechs Beamte hätten an der Observation teilgenommen. Wie sich nun jedoch im Zuge ihrer Befragung heraus stellte, war daran offenbar ein siebenter Polizist beteiligt, von dem im Verfahren bisher nicht die Rede war. "Das kann keine tragfähige Grundlage für ein Urteil sein", zeigte sich Ainedter erbost.

Staatsanwalt Friedrich König kalmierte. Auf Observationsberichten wären grundsätzlich nie die Namen der jeweiligen Beamten ersichtlich, erläuterte er gegenüber der APA. Dass der siebente Mann nicht erwähnt worden sei, bezeichnete König als "Ungenauigkeit des Observationsteams", die für den Ausgang des Strafverfahrens jedoch "keine relevante Bedeutung" habe.

Theoretisch könnte der Beamte kurzfristig zur morgigen Verhandlung geladen werden. Ansonsten steht es Ainedter frei, ihn formell als Zeugen zu beantragen. (APA)