Alpbach - Die Austrian Airlines (AUA)-Gruppe ist bemüht, derzeit kursierende Gerüchte über einen Finanzbedarf nicht weiter eskalieren zu lassen. AUA-Vorstandschef Alfred Ötsch wollte in Alpbach auf APA-Anfrage Pläne für eine bevorstehende Kapitalerhöhung weder ausdrücklich dementieren noch bestätigen.

Dringend erforderlich sei die Aufnahme von zusätzlichem Kapital jedenfalls nicht, unterstreicht Ötsch: "Wir brauchen kein zusätzliches Geld für den laufenden Flugbetrieb, der Cash-flow ist zufrieden stellend", sagte Ötsch.

Der AUA-Chef verwies auf den Beschluss der AUA-Hauptversammlung vom 22. Mai, in dem sich der Vorstand einen Vorratsbeschluss für die Aufnahme von zusätzlichem Kapital im Ausmaß von 123,5 Mio. Euro in Form von 17 Millionen Aktien absegnen ließ.

Ötsch bestätigte aber, dass derzeit unterschiedliche Szenarien überlegt würden, es gebe aber noch keine Entscheidung.

Ausschüttung einer Sonderdividende

Laut informierten Kreisen ist ein Kapitalschnitt mit anschließender Kapitalerhöhung im Ausmaß von 300 bis 400 Mio. Euro durchaus eine Option. Kein Aktionär solle durch einen Kapitalschnitt etwas verlieren, so die Absicht, auch sei nicht an die Ausschüttung einer Sonderdividende gedacht.

Möglich werden könnte dies laut Bankenexperten dadurch, dass die Altaktionäre statt einer Sonderdividende in Bar für den Kapitalschnitt junge Aktien erhalten und damit ihre Anteile bei der Kapitalerhöhung halten können. Daneben könnten dann zusätzlich neue Aktionäre AUA-Aktien zeichnen. Nehmen die Altaktionäre aber nicht zusätzlich Geld in die Hand, würde ihr Anteil allerdings verwässert.

Um die AUA aus dem Wahlkampf herauszuhalten, soll - unternehmensnahen Kreisen zufolge - ein außerordentlicher Aufsichtsrat aber erst im Herbst nach dem Wahltermin Beschlüsse über weitere Schritte fassen. (APA)