Warschau - Angesichts der zunehmenden Abwanderung polnischer Arbeiter in den Westen hat die Regierung in Warschau eine Liberalisierung des Arbeitsmarktes beschlossen. Wie das Arbeitsministerium am Mittwoch mitteilte, sollen künftig Saisonarbeiter aus der ehemaligen Sowjetunion und aus der Türkei in Polen ohne Arbeitserlaubnis arbeiten dürfen.

Bisher mussten Russen, Weißrussen und Ukrainer eine Arbeitserlaubnis beantragen, um bis zu drei Monate in der Landwirtschaft arbeiten zu können. Die gleiche Ausnahme soll künftig für Türken gelten, die sich seit mindestens fünf Jahren in Polen aufhalten.

Abwanderung in den Westen

Grund für die von Arbeitsministerin Anna Kalata erlassene Verordnung sei die Klage der Bauern, vor allem für saisonal bedingte Arbeiten zu wenig Personal zu haben, heißt es in der Erklärung des Ministeriums. Für eine Reihe von Berufen soll demnach künftig generell keine Arbeitserlaubnis mehr beantragt werden müssen, darunter Sprachlehrer und Korrespondenten.

Seit dem EU-Beitritt Polens im Mai 2004 sind zehntausende Arbeiter in den Westen abgewandert. Beliebteste Ziele sind Irland und Großbritannien, die beide den neuen Mitgliedsstaaten ungehinderten Zugang zu ihren Arbeitsmärkten einräumten. (APA/AFP)