Wien - Thomas Ballhausen erhält den Reinhard-Priessnitz-Preis 2006. Die mit 3.700 Euro dotierte Auszeichnung wird am 30. Oktober um 20 Uhr im Wiener Literaturhaus verliehen. Mit dem jungen Autor werde "ein hervorragender Essayist, Prosaautor und Lyriker ausgezeichnet", so die Jury, der in diesem Jahr die Autoren Robert Schindel, Gerhard Jaschke und Gustav Ernst angehörten. Die Laudatio wird die Übersetzerin und Publizistin Karin Fleischanderl halten.

Der 1975 in Wien geborenen Ballhausen absolvierte ein Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft und der Deutschen Philologie an der Universität Wien. Der Autor, Film- und Literaturwissenschafter sowie Mitarbeiter des Filmarchivs Austria arbeitet auch als Redakteur für Literatur und Theorie der Popkultur-Zeitschrift "skug". Er ist Gründungsmitglied des Online-Literaturprojekts "die flut" (200-01) und Mitarbeiter des komparatistischen Kunst- und Forschungsprojekts "projekt berggasse".

Ballhausen veröffentlichte unter anderem die Erzählung "Leibesübung. Hundert Übungen" und "Der letzte Sommer vor der Eiszeit. Essays und Aufsätze" (beide bei Triton, 2003). Zuletzt erschien der Prosaband "Geröll" (2005) bei Skarabaeus, wo auch im Herbst 2007 der Roman "Die Unversöhnten" herauskommen wird.

In memoriam Neuer Poesie

Der Reinhard-Priessnitz-Preis wird seit 1994 vom Bundeskanzleramt gestiftet. Er wird jährlich vergeben und in Österreich lebenden Autorinnen und Autoren zuerkannt, die in deutscher Sprache schreiben. Die Auswahl der PreisträgerInnen erfolgt auf Vorschlag einer Jury, eine Einreichung ist nicht möglich. Die Auszeichnung erinnert an einen der bedeutendsten Vertreter der Neuen Poesie, an den Wiener Autor Reinhard Priessnitz, der 1985 40-jährig in Wien gestorben ist.

Bisherige Preisträger waren Margret Kreidl (1994), Kathrin Röggla (1995), Hansjörg Zauner (1996), Lotte Podgornik (1997), Sabine Gruber (1998), Barbara Hundegger (1999), Heinz D. Heisl (2000), Christoph W. Bauer (2001), Birgit Müller-Wieland (2002), Olga Flor (2003), Xaver Bayer (2004) und zuletzt Gerhild Steinbuch (2005). (APA)